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GSAAM: Nachlese 11. Konferenz

Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin tagte in München

Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin tagte in München

Vom 12. bis zum 14. Mai fand die 11. Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin e.V. in  München statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Eva-Maria Meigel, Hamburg, und Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk, Fürth, trafen sich über 350 Mediziner verschiedener Fachbereiche im Münchner Gasteig, um sich über aktuelle Erkenntnisse und Trends im Bereich Prävention und Anti-Aging auszutauschen.

Den vielfältigen Ansätzen des Themas Prävention entsprechend, war auch das wissenschaftliche Programm der Tagung sehr facettenreich. Alle Vorträge und Workshops widmeten sich dem übergeordneten Thema „Die Zukunft des Alterns“.

Dabei stellte sich die Frage, wie menschlich das Altern in Zukunft in einer immer älter werdenden Gesellschaft sein wird und welche Konzepte nötig sind, um die grundlegenden Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern.
Erläuterungen und Antworten auf diese Frage gab unter anderem der Festvortrag „Grau ist bunt“ von Dr. Henning Scherf (Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen a. D.). In eindrucksvoller Weise schilderte er nicht nur persönliche Erfahrungen, sondern zeigte auch Wege auf, wie die Gesellschaft umdenken muss, um dieser Generation das Altern würdevoll zu gestalten. Er stellte alternative Lebensformen vor, die er selbst in einer Hausgemeinschaft praktiziert und die er als sinnvolle Alternative zu Alters- oder Pflegeheimen erachtet. Veränderungen, die durch das Altern entstehen, bieten dem Einzelnen neue Chancen. So plädiert er dafür, engagiert in der Gesellschaft zu „bleiben“, je nach Interessenslage neue Herausforderungen anzunehmen und persönliche Qualifikationen weiterhin der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Indem auch Neues und Unbekanntes erlernt wird, bleibe der Einzelne lebendig und wach. In der Generation der Älteren sieht er die klassische ehrenamtliche Basis unserer Gesellschaft. Voraussetzung dafür sei aber auch ein Umdenken in Politik und Gesellschaft. So müsse auch die Arbeitswelt altersgerechte Arbeitsformen und -bedingungen schaffen und sich das Bild des Alters ändern.

Mit großer Spannung wurde auch Dr. Aubrey de Grey erwartet – einer der derzeit bekanntesten Vertreter der „Radical Life Extension“. In seinem Vortrag verkündete der in Cambridge forschende Biogerontologe  die Abschaffung des Alterns noch zu unseren Lebzeiten und führte die dazu notwendigen Reperaturmechansimen auf. Seiner Meinung nach gebe es sieben wesentliche Alterungsfaktoren, die er mit seinem Programm „Strategies for Engineered Negligible Senescence“ (SENS) bekämpfen will. SENS richtet sich an sieben biogenetische Prozesse, die es zu manipulieren gilt, um das Altern abzustellen. Es ist kein Präventionsprogramm, sondern ein Reparaturprogramm auf molekularer Ebene, das im Wesentlichen darauf hinaus läuft, Abfallprodukte unseres Metabolismus zu entsorgen und molekulare Schäden des Alterungsprozesses (Seneszenz) zu beheben. De Grey setzt dabei auf biotechnologisches High-Tech, welches zunächst an Mäusen getestet wird. Derjenige, dem es gelingt, die Lebensspanne von Mäusen zu verdoppeln oder zu verdreifachen – eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Therapie für den Menschen – erhält den von de Grey initiierten Methuselah Mouse Prize. Dies ist mit 4,2 Millionen US Dollar der derzeit höchstdotierte Wissenschaftspreis der Welt. Dem Vortrag folgte eine äußerst interessante Diskussion mit Kleine-Gunk.

Neben diesen beiden Hauptvorträgen konnten die Teilnehmer sich in weiteren Vorträgen über aktuelle Erkenntnisse im Bereich der Prävention informieren. Im Vordergrund standen dabei unter anderem die Themen Demenz, bildgebende Diagnostik in der Präventionsmedizin, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, Hautalterung, Alter und Sport, Ernährung im Alter, orthomolekulare Medizin, onkologische und kardiovaskuläre Prävention sowie Depression.

Das Thema der Zukunft des Alterns diskutierten abschließend in einem Roundtable Simone Rethel-Heesters, Schauspielerin und Buchautorin, Beatrice Wagner, Medizinpsychologin und Buchautorin, Prof. Dr. Johannes Huber, Wien (Österreich), Dr. Alfred S. Wolf, Ulm, Prof. Dr. Frank R. Bahr, München, und Kleine-Gunk.

Abgerundet wurde das wissenschaftliche Programm durch Workshops, die bereits einen Tag vor dem Kongress stattfanden. „Tipps und Tricks in der Faltenbehandlung ohne Skalpell“ gaben Meigel und Kleine-Gunk. Wolf stellte den Teilnehmern Aspekte aus der Anti-Aging Diagnostik vor und Dr. med. Alfred Lohninger, Wien, gab eine klinische Einführung in die Methode “Lebensfeuer”. Dr. Claudia Henning, Bonn, stellte unter dem Titel „Der Anti-Aging Patient: Polymorphismusdiagnostik“ Fälle aus der Praxis vor und Alex Witasek, Binz, widmete sich dem Thema „Die Individualität der richtigen Ernährung“.
Ein besonderes Highlight war der Anti-Aging Kochkurs im „Schuhbeck’s am Platzl“ am Vorabend des Kongresses, der von Kleine-Gunk moderiert wurde.

Mitgliederversammlung
Während der Mitgliederversammlung wurde Dr. Eva Maria Meigel (Hamburg) und Prof. Dr. med. Alfred Wolf (Ulm/Stuttgart) in den Vorstand gewählt. In den Beirat neu gewählt wurden Prof. Dr. med. Pasquale Calabrese, (Basel, Schweiz),  Dr. med. Kira Kubenz M.Sc. (Hamburg), Prof. Dr. med. Uwe Nixdorff (Düsseldorf), Dr. med. Klaus Schmidt M.Sc. (München) und Prof. Dr. med. Josefa Schreiner-Hecheltjen M.Sc. (Essen). Damit besteht der Beirat nun neben Prof. Dr. med. Johannes Böck M.Sc. (München), Dr. med. Jan Dirk Fauteck (Kalletal), Dr. med. dent. Richard Meissen (Duisburg), Prof. Dr.med. Lothar Moltz (Berlin), und PD Dr. med. Alexander Römmler (München)  aus 10 Mitgliedern.