Verdreifachtes Herzinfarktrisiko durch “Prä-Hypertonie”
Schlagworte: BlutdruckBereits leicht erhöhte Blutdruckwerte
(120-139/80-89 mm Hg) erhöhen das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) oder einen
Herzinfarkt. US-Forscher schätzen, dass eine “Prä-Hypertonie” für 47 Prozent aller
Herzinfarkte verantwortlich ist. Dies ergab eine Analyse der Framingham Heart Study von
Wissenschaftlern am Research Center in Newark/New Jersey. Nach ihrer Berechnung
verdreifachten die nur geringfügig erhöhten Blutdruckwerte bei der Prä-Hypertonie das
Herzinfarktrisiko und erhöhten das KHK-Risiko um 70 Prozent. In den US-Leitlinien des Joint
National Committee on High Blood Pressure wurde Prä-Hypertonie bereits als Kategorie
eingeführt. In den Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga findet sich der Begriff noch
nicht. Ein Grund für die Ablehnung ist die hohe Verbreitung der Prä-Hypertonie, der weite
Bevölkerungsgruppen “medizinalisieren” würde. In den USA wurden nicht weniger als 59
Millionen Amerikaner zu Patienten erklärt, für die in der Regel allerdings keine
medikamentöse Therapie, sondern eine Änderung des Lebensstils vorgeschlagen wurde.
Quelle: Stroke (2005, doi:
10.1161/01.STR0000177495.45580.f1)
Deutsches Ärzteblatt vom 8. August 2005


