Verhindert ein Hormon das Altern?
Schlagworte: Anti-AgingForscher haben jetzt einen Mechanismus gefunden, der den Tieren ein längeres Leben ermöglicht. Das Anti-Aging-Hormon Klotho verlängert die Lebenszeit von Mäusen um bis zu 30 Prozent, entdeckte ein amerikanisches Forscherteam um Makoto Kuro-o. Der hemmende Effekt von Klotho auf den Alterungsprozess bei Säugetieren ist schon länger bekannt. In früheren Studien an Mäusen bewirkte ein Defekt am Gen dieses Hormons Symptome, die stark dem Alterungsprozess beim Menschen ähneln. War das Gen dagegen übermäßig aktiv, verlängerte sich die Lebensspanne der Tiere. Kuro-o hat nun in einer Studie an Zellkulturen und Mäusen einen Weg gefunden, wie Klotho den Alterungsprozess hemmen kann. Das Hormon, das im Blut zirkuliert, aktiviert ein bestimmtes Enzym. Dieses verringert oxidativen Stress, indem es gefährliche Sauerstoffverbindungen in weniger schädliche Substanzen umwandelt. Dadurch können sie nicht mehr Schäden an wichtigen biologischen Makromolekülen wie DNA, Fetten oder Proteinen anrichten.
"Eine höhere Lebensdauer ist immer verbunden mit einer höheren Resistenz gegenüber oxidativem Stress", erklärt Kuro-o. Das Eliminieren reaktiver Sauerstoffverbindungen durch Klotho könne daher zu einer höheren Lebensdauer beitragen. Damit trägt das Hormon seinen Namen auch mit vollem Recht: Klotho wird jene griechische Göttin genannt, die den Lebensfaden der Menschen spinnt. Die neuen Forschungsergebnisse könnten nun zu einer Entwicklung von Anti-Aging-Präparaten beitragen, die entweder das Hormon Klotho selbst enthalten oder ähnlich gebaute Verbindungen, hofft Kuro-o.
Quelle: Journal of Biological Chemistry (Bd. 280, Nr. 44) - ddp/wissenschaft – Spiegel vom 06.11.05


