Obst und Gemüse – gesund, aber nicht immer krebsvorbeugend
Schlagworte: ErnährungVor allem bei Herzkreislauf-Erkrankungen spielt die Ernährung bei Entstehung und Verlauf eine große Rolle. Man geht davon aus, dass auch ein Drittel aller Krebserkrankungen durch die Ernährung mitbedingt sind. Aufschlüsse über die Zusammenhänge erwartet man sich von der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition-Studie (EPIC). An dem Projekt, das die International Agency for Research on Cancer vor über zehn Jahren initiiert hat, sind eine halbe Million freiwillige Probanden beteiligt, die von 23 Zentren in zehn europäischen Ländern betreut werden. Die vorläufigen Ergebnisse lassen allerdings die grundsätzliche These nicht zu, dass man sich mit der richtigen Ernährung vor Krebs schützen kann. So ergab sich aus den Daten etwa keine Verbindung zwischen dem Obst- und Gemüsekonsum und dem Risiko für ein Prostatakarzinom. Niederländische Forscher veröffentlichten vor kurzem eine Studie, nach der der Verzehr von Obst und Gemüse auch keinen Schutz vor Brustkrebs bietet. Jedoch gibt es einige Krebsarten, bei denen die EPIC-Forscher Erfolge melden, etwa bei Lungenkrebs: Die Auswertung der Daten von 478.021 Teilnehmern hat ergeben, dass das Risiko für Lungenkrebs in der Gruppe mit dem höchsten Obstverzehr um 40 Prozent verringert ist im Vergleich zur Gruppe mit dem geringsten Verzehr. Für Gemüse, das in diesem Zusammenhang meist in einem Atemzug mit Obst genannt wird, gab es keinen Zusammenhang. Weiterhin gilt als gesichert, dass Ballaststoffe das Risiko für Darmkrebs senken. In der EPIC-Studie hatten Personen, die täglich durchschnittlich 35 Gramm Ballaststoffe zu sich nahmen, ein um 40 Prozent geringeres Risiko als Personen mit einer Ballaststoffzufuhr von durchschnittlich 15 g/Tag. Doch die Ernährung hat nicht nur direkt einen Effekt auf die Krebsentstehung. Auch über eine Zunahme der Körperfülle durch Überernährung steigt das Risiko. Dies gilt besonders für hormonabhängige Krebsarten. So gibt es nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft deutliche Hinweise für die Assoziation zwischen Fettleibigkeit und erhöhtem Risiko für postmenopausalen Brustkrebs und Zervix-Ca. Auch beim Kolon- und klarzelligen Nierenzell-Ca scheint hier das Risiko zu steigen.
Quelle: Ärzte-Zeitung vom 12.12.05


