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01.12.2005
News

Wachstumshormone für mehr Intelligenz?

Schlagworte: Hormone

 

Die Konzentration eines für die Entwicklung des Gehirns zentralen Wachstumshormons war in einer britischen Kohortenstudie deutlich mit dem Intelligenzquotienten (IQ) von achtjährigen Kindern assoziiert. Für die Autoren erklären die Befunde, warum Frühgeborene mit niedrigem Geburtsgewicht häufig einen Rückstand in der kognitiven Entwicklung haben.

Der “Insulin-like Growth Factor I” oder IGF-I ist für die Entwicklung des Gehirns von großer Bedeutung. Transgene Mäuse, die vermehrt IGF-I bilden, haben ein größeres Gehirn als solche, bei denen vermindert IGF-1 gebildet wird. Ein möglicher Zusammenhang zwischen IGF-1 und dem Intelligenzquotienten beim Menschen wurde in der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC) untersucht, die eine Kohorte von Kindern beobachtet, die zwischen April 1991 und Dezember 1992 im County Avon in England geboren wurde. Bei 547 Kindern wurde im Alter von acht Jahren ein Intelligenztest durchgeführt. Tatsächlich wurde festgestellt, dass der IGF-1-Wert im Blut mit dem IQ korreliert, wenn auch nicht allzu deutlich. Kinder mit extremen Abweichungen könnten möglicherweise aber spürbare Unterschiede in der kognitiven Entwicklung aufweisen.

Der IGF-1-Wert wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. So haben Frühgeborene häufig eine niedrigere Konzentration von IGF-1. Eine im letzten Jahr publizierte niederländische Studie (J Clin Endocrinol Metab 2004; 89: 5295-302) kam zu dem Ergebnis, dass die Therapie mit Wachstumshormonen nicht nur das Wachstum der Kindern beschleunigt, sondern möglicherweise auch die kognitive Entwicklung fördert.

Die Therapie mit Wachstumshormonen ist jedoch nicht ohne Risiken. Erst kürzlich erinnerten Forscher im Lancet (2004; 363: 1346-53) in einer Meta-Analyse daran, dass verschiedene Krebserkrankungen mit der Konzentration von IGF-1- assoziiert sind.

 

Quelle: Pediatrics (2005; 116: e681-e686) – Deutsches Ärzteblatt vom 30.11.05