Geschäftsstelle: Vallstedter Weg 114A, 38268 Lengede, Deutschland | Tel.: +49 (0) 5344 - 80 33 70 | Fax: +49 (0) 5344 - 80 33 71 | gst@gsaam.de
Sie sind hier:NewsArchiv
01.01.2006
News

Alle sieben Sekunden eine neue Erkrankung

Schlagworte: Demenz

 

Die Zahl der Personen mit einer Demenz wird sich alle 20 Jahre verdoppeln. Bereits heute leiden 24,3 Millionen Personen an einer Demenz. Nach Schätzung führender Experten im Lancet dürfte die Zahl erkrankter Personen bis zum Jahr 2020 auf 42,3 Millionen und bis 2040 auf 81,1 Millionen ansteigen. Die Zahlen sind das Ergebnis einer Delphi-Konferenz, zu der die Alzheimer's Disease International (ADI), die Dachorganisation verschiedener Fachgesellschaften eingeladen hatte. Es wurde eine systematische Analyse zur gegenwärtigen Prävalenz der Demenz für alle sechs Weltregionen der WHO (AMRO: Amerika, EURO: Europa, EMRO: Nordafrika und der Nahe Osten, AFRO: Schwarzafrika, SEARO: Südasien und WPRO: West-Pazifik) erstellt.

Wenn die Experten Recht behalten, dann müssen die Regierungen aller Länder auf einen Anstieg der Demenzkranken gefasst sein. Vor allem in den Entwicklungsländern wird die Zahl der Demenzkranken zunehmen. Auf diese Länder entfallen heute bereits 60 Prozent aller Demenzkranken. Für Orien Reid, den Vorsitzenden von ADI ist diese Entwicklung eine „Zeitbombe“, deren Auswirkungen auf die Sozialsysteme und den Wohlstand der Länder bisher von den meisten Regierungen unterschätzt würden.

Anlass der Untersuchung ist der bevorstehende hundertste Jahrestag von Alois Alzheimer (1864 –1915). Dieser untersuchte im April 1906 das Gehirn einer ehemaligen Patientin, die nach progressivem kognitivem Verfall, Halluzinationen und Wahnvorstellungen gestorben war. Im Gehirn entdeckte der deutsche Psychiater die Amyloid-Plaques und Neurofibrillen, die noch heute als die zentralen histologischen Merkmale der Erkrankung gelten.

 

Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 19.12.05 - Lancet 2005; 366: 2112-2117