Gesunde Kost gegen Sehverlust
Schlagworte: ErnährungMenschen, die im Alter reichlich antioxidative Vitamine mit der Nahrung zu sich nehmen, erkranken möglicherweise seltener an einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Die AMD ist die häufigste Ursache für Sehstörungen im Alter. Sie führt zwar nicht zur vollständigen Erblindung, doch der Verlust des scharfen Sehens stellt für die Betroffenen eine erhebliche Behinderung dar. Die Prävalenz der Erkrankung steigt mit dem Alter, so dass etwa 11,5 Prozent der über 80-Jährigen die typischen Ablagerungen in der Netzhaut haben, die allmählich die Sinneszellen in der Makula densa, dem Ort des scharfen Sehens, zerstören. Eine effektive Therapie gibt es nicht, doch vor wenigen Jahren kam die Related Eye Disease Study (AREDS), eine Initiative des US-National Eye Institute, zu dem Ergebnis, dass eine hoch dosierte Therapie mit Antioxidanzien das Risiko einer fortgeschrittenen AMD um 25 Prozent senkt. Die US-Ophthalmologen raten seither Patienten mit beginnender AMD an beiden oder einer fortgeschrittenen AMD an einem Auge zur Einnahme von Vitaminpräparaten.
Möglicherweise ist es aber gar nicht notwendig, täglich Vitamine einzunehmen, um das AMD-Risiko zu senken. Eine Rotterdam-Studie deutet darauf hin, dass eine gesunde Ernährung den gleichen Effekt haben könnte. An dieser Studie, die gezielt nach Risikofaktoren für die Gesundheit älterer Menschen sucht, beteiligten sich fast 8000 Einwohner im Alter von 55 Jahren oder älter aus einem Rotterdamer Vorort. Personen, die bei der Einnahme von Betacaroten, Vitamin C und E sowie Zink über dem Durchschnitt lagen, erkrankten zu 35 Prozent seltener an einer AMD, wobei andere bekannte Risikofaktoren berücksichtigt wurden.
Zu den empfehlenswerten Nahrungsmitteln mit einem hohen Vitamin E-Gehalt zählen Vollkornprodukte, pflanzliche Öle, Eier und Nüsse. Hohe Konzentrationen von Zink finden
sich in rotem Fleisch, Geflügel, Fisch, Vollkornprodukten und Milchprodukten. Karotten, Kohl und Spinat sind die hauptsächlichen Betacaroten-Quellen. Vitamin C ist in Zitrusfrüchten, Fruchtsäften, grünem Pfeffer, Brokkoli und Kartoffeln enthalten.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 28.12.05 - JAMA 2005; 294: 3101-3107


