Schwere Infektionen in der Kindheit verkürzen das Leben
Schlagworte: AltersforschungUS-Altersforscher führen die gestiegene Lebenserwartung in den westlichen Industrieländern auf den Rückgang schwerer Infektionen im Kindesalter zurück. Auch die Zunahme der Körpergröße sei eine Folge vermiedener Infektionen, während der Einfluss der Ernährung auf Wachstum und Lebenserwartung allgemein überschätzt werde.
In einer aktuellen Studie werteten Eileen Crimmins und Caleb Finch vom Ethel Percy Andrus Gerontology Center in Los Angeles Dokumente ältere Untersuchungen aus Schweden, Frankreich, England und der Schweiz aus. Diese Daten zeigen, dass Menschen, die in ihrer Kindheit schweren Infektionserkrankungen ausgesetzt waren, eine geringere Lebenserwartung haben, als Menschen, die von diesen Erkrankungen verschont blieben. Der negative Einfluss der Infektionen mache sich auch in einer verminderten Körpergröße bemerkbar. Die US-Forscher bezweifeln damit die unter Historikern verbreitete Ansicht, nach der die Verbesserung der Ernährung und des Lebensstandards für die höhere Lebenserwartung heutiger Menschen verantwortlich sind.
Im letzten Jahr hatten Crimmins und Finch ihre Hypothese bereits in Science (2004; 305: 1736-9) vorgestellt, sich damals aber nur auf Daten aus Schweden stützen können. Häufige Entzündungen in der Kindheit begünstigen ihrer Ansicht nach einen frühen Beginn einer Atherosklerose, die im späteren Lebensalter dann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 27.12.05


