30 bis 50 Prozent weniger Infarkte
Schlagworte: HormontherapieDie Nurses Health Study (NHS) wurde 1976 mit 121.700 Krankenschwestern begonnen und gilt als wichtigste Kohortenstudie zur Hormonersatztherapie (HRT). Sie zeigte bereits bei verschiedenen Auswertungen eine Reduktion des Infarktrisikos. Nach den jüngsten Auswertungen, die kürzlich online veröffentlicht wurden, werden durch eine HRT Herzinfarkte verhindert, speziell bei frühem Beginn. Es wurden dabei auch Auswertungen in einem Kollektiv durchgeführt, das dem der Women’s Health Initiative (WHI) entsprach. In der gesunden als auch in der WHI-analogen Subgruppe wurden Adjustierungen durchgeführt nach Alter, Risikofaktoren (BMI, Hypertonie, Hypercholesterinämie, Diabetes, Nikotinkonsum) und zusätzlich nach Bias (Bildungsgrad, Fitness, Gebrauch von Vitaminpräparaten, ASS). In allen Auswertungen zeigte sich für Herzinfarkte eine Risikoreduktion zwischen 28 und 51 Prozent, die sowohl für Estrogen allein als auch in der Kombination mit Gestagen signifikant waren. Allerdings ergaben sich nur dann signifikante Risikoreduktionen (29 – 55 %), wenn die HRT weniger als fünf Jahre nach der Menopause begonnen wurde. Die International Menopause Society weist in Ihren Leitlinien darauf hin, dass eine Sekundärprävention zur Risikoreduktion von Re-Infarkten nicht zu erwarten ist, bestätigt aber die kardiovaskuläre Primärprävention bei frühem Beginn einer HRT. Wie Prof. Mueck aus Tübingen in einer Zusammenfassung im Frauenarzt ausführt, stellt dies derzeit keine Indikation dar, sollte jedoch in die individuelle, jährlich durchgeführte Nutzen-Risiko-Analyse mit einbezogen werden.
Quelle: Frauenarzt 02/2006 – Grodstein F et al., J Women’s Health 15 (2006) 35-44


