Lebensalter wird jetzt stärker berücksichtigt
Schlagworte: OsteoporoseKünftig werden nach einer neuen Leitlinie des Dachverbandes Osteologie zur Osteoporose-Therapie nicht nur die Knochendichte, sondern auch das Lebensalter und weitere Risikofaktoren berücksichtigt. Aus den Ergebnissen neuer epidemiologischer Studien mit mehr als 100.000 Teilnehmern konnte man ableiten, dass das Risiko für osteoporotische Knochenbrüche durch die alleinige Betrachtung der Knochendichte bei jungen Menschen deutlich überschätzt und bei älteren Menschen unterschätzt wird. So kann eine über 75 Jahre alte Frau ohne Wirbelfraktur bei gleicher Knochendichte wie eine 50 Jahre alte Frau ein viel höheres Risiko für Brüche haben. Medikamentös behandelt werden sollen nach der neuen Leitlinie Patienten ohne Wirbelfraktur, wenn das geschätzte 10-Jahresrisiko für Wirbel- und proximale Femurfrakturen unter Berücksichtigung von Lebensalter und Knochendichtemessung 30 Prozent überschreitet. Leicht erkennen lassen sich diese anhand einer Tabelle. Patienten mit Wirbelkörperfrakturen sollten - unabhängig von Lebensalter und Geschlecht - möglichst rasch spezifische Medikamente zur Fraktur-Prophylaxe erhalten, da sie ein hohes Risiko haben, weitere Frakturen zu erleiden.
Quelle: Ärzte-Zeitung vom 10.03.06


