Günstiger Effekt durch Koffein?
Schlagworte: BrustkrebsBei Frauen, die viel Kaffee trinken, wird Brustkrebs deutlich seltener diagnostiziert. Das haben Forscher bei Frauen vor dem Klimakterium beobachtet. Die Wissenschaftler hatten Daten zur Ernährung von knapp 2.000 Brustkrebs-Patientinnen erhoben und sie mit einer etwa gleich großen, gesunden Kontrollgruppe verglichen. Das auffälligste Ergebnis: Frauen
im Präklimakterium, die täglich vier oder mehr Tassen Kaffee tranken, hatten ein um 40 Prozent geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, als Frauen, die keinen Kaffee zu sich nahmen, so die Studienleiterin Dr. Kirstin Moysich von der Universität Buffalo. Voraussetzung für das Ergebnis war, dass der Kaffee auch Koffein enthielt. Bei entkoffeinisierten Sorten wurde keine Assoziation zur Häufigkeit von Brustkrebs-Erkrankungen gefunden. Ein Zusammenhang ergab sich auch nur für Frauen vor den Wechseljahren, nicht aber, wenn das Klimakterium bereits vorüber war. Die Korrelation zwischen Kaffeekonsum und Brustkrebs war auch dann noch vorhanden, wenn andere Faktoren wie das Vorkommen von Krebs in der Familie, Tabakkonsum und Körpergewicht berücksichtigt wurden. Über den Zusammenhang könne man nur spekulieren. Kaffee enthalte ebenso wie Tee Polyphenole mit antioxidativen Eigenschaften, aber deutlich mehr Koffein. Dieses Alkaloid wurde früher als potentielles Kanzerogen eingeschätzt, doch neue Laborstudien hätten ergeben, dass es das Wachstum von Krebszellen möglicherweise hemmt. Koffein schützt offenbar vor Brusttumoren, indem es den weiblichen Hormonhaushalt beeinflusst. Dies könne nach Ansicht der Wissenschaftlerin auch erklären, weshalb der günstige Effekt nach dem Klimakterium fehlt.
Quelle: Ärzte-Zeitung vom 23.03.06 – Journ. Nutrition 136 (1), 2006, 166


