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01.04.2006
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Lebenserwartung von Frauen erstmals in allen Ländern höher

Schlagworte: Gesellschaft

 

In der Geschichte der Menschheit haben Frauen im Jahr 2006 erstmals in allen Ländern weltweit eine höhere Lebenserwartung als Männer. Das schließen britische Wissenschaftler aus der Auswertung von Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des "World Factbooks" des US-Geheimdienstes CIA. Während in den Industrieländern Frauen bereits seit vielen Jahrzehnten im Durchschnitt länger leben als Männer, lag deren Lebenserwartung in vielen Entwicklungsländern in der Vergangenheit meist deutlich niedriger. Hauptgrund dafür ist die hohe Sterblichkeit bei Geburten und Schwangerschaften. 2002 gab die WHO in ihrem Gesundheitsbericht in nur sechs Ländern bei Frauen eine niedrigere Lebenserwartung an als bei Männern: Neben Nepal und Bangladesh lebten Frauen in Botswana, Zimbabwe, Lesotho und Swaziland im Durchschnitt kürzer als Männer. Diese Länder verschwanden ein Jahr später von der Liste, jedoch tauchten die Malediven, der Ölstaat Katar und Niger neu in der Aufstellung auf. Laut der CIA dürfte 2006 das Jahr sein, in dem Frauen erstmals in allen Ländern länger leben als Männer, so die Forscher. Die Lebenserwartung von Frauen sei ein Indikator dafür, wie gut es jedem Einzelnen in einer Gesellschaft gehe, schreiben die Wissenschaftler um Danny Dorling von der Universität in Sheffield. In Europa haben Frauen zum Teil bereits seit mehr als hundert Jahren eine höhere Lebenserwartung. Diese Differenz in der Lebenserwartung könnte jedoch künftig wieder schrumpfen. Gründe dafür sind zum einen die Angleichung der Lebensweisen von Männern und Frauen, zum anderen der gestiegene Nikotinkonsum bei Frauen.

 

Quelle: ddp/wissenschaft - British Medical Journal, Bd. 332, S. 808