Geschäftsstelle: Vallstedter Weg 114A, 38268 Lengede, Deutschland | Tel.: +49 (0) 5344 - 80 33 70 | Fax: +49 (0) 5344 - 80 33 71 | gst@gsaam.de
Sie sind hier:NewsArchiv
01.05.2006
News

Warum es Männer häufiger trifft

Schlagworte: Parkinson

 

US-amerikanische und australische Wissenschaftler haben eine mögliche Erklärung dafür gefunden, warum Männer häufiger an Morbus Parkinson erkranken als Frauen. Ihren Ergebnissen zufolge wird das in der Embryogenese geschlechtsbestimmende Gen SRY überraschenderweise in der Substantia nigra und nicht nur im Hoden exprimiert. Die Forscher hatten vermutet, dass das Gen beim Sexualtrieb des Mannes eine Rolle spielen könnte und suchten deshalb in Gehirnzellen von Ratten nach einer vermehrten Expression von SRY, die sie vor allem im Hypothalamus erwarteten, wo das sexuelle Verhalten determiniert wird. Stattdessen waren die Signale in der hierfür unerheblichen Substantia nigra deutlich erhöht. Weitere Tests zeigten, dass SRY die Produktion der Tyrosinhydroxylase, einem Schlüsselenzym der Dopaminsynthese, steuert. Wurde die Aktivität von SRY bei Ratten mit „antisense-Molekülen“ gehemmt, entwickelten die Versuchstiere Bewegungsstörungen, die denen des Morbus Parkinson ähnelten. Warum Frauen, bei denen SRY fehlt, dennoch an einem Morbus Parkinson erkranken, bleibt aber unklar.

Quelle: PROPRAXIS Neurologie/Psychiatrie April 2006 – Curr Biol 2006; 16:415