Monatlicher Stammzellreichtum
Schlagworte: StammzellforschungStammzellen, die bereits vereinzelt zur Behandlung von Leukämie, Krebs oder Immunerkrankungen eingesetzt werden, wurden bisher hauptsächlich aus dem Knochenmark gewonnen. Zudem ist es möglich, unmittelbar nach einer Geburt Blut aus der Nabelschnur einzufrieren und bei Bedarf daraus Stammzellen zu extrahieren. Nun ist es japanischen Wissenschaftlern von der Keio-Universität in Tokio erstmals gelungen, adulte Stammzellen aus dem Menstruationsblut von Frauen zu gewinnen und damit eine neue Quelle für die vielseitigen Vorläuferzellen zu erschließen. Die Stammzellen stammten aus dem Menstruationsblut von sechs jungen Frauen. Dabei hätten sie 30-mal mehr Zellen, die in der Gebärmutterschleimhaut entstanden waren, erhalten, als es mit Knochenmark möglich sei, so Shunichiro Miyoshi. Stammzellen gelten als viel versprechend für die Therapie von Erkrankungen, wie beispielsweise Herzkrankheiten. So ließen die Forscher die aus der Menstruationsflüssigkeit isolierten Zellen in einer Gewebekultur zu funktionsfähigen Herzzellen heranwachsen. Dabei gab die Art der Kultivierung der Zellen den Befehl, sich zu Herzzellen zu entwickeln. Nach fünf Tagen begann die Hälfte der Zellen, sich spontan, rhythmisch und synchron zusammenzuziehen, ein charakteristisches Verhalten für Herzzellen. Außerdem verfügten die Zellen über für Herzzellen typische aktive Gene. Als Quelle für Stammzellen wäre das Menstruationsblut junger Frauen aufgrund der längeren Lebenszeit der Zellen besser geeignet als das Blut älterer Spenderinnen.
Quelle: ProPraxis Gynäkologie Mai 2006 – Tagung des American College of Cardiology, Atlanta, 2006


