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01.08.2006
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Entzündete Gelenke beschleunigen offenbar auch Atherosklerose

Schlagworte: Rheumatoide Arthritis

 

Die Wahrscheinlichkeit, ein kardiovaskuläres Ereignis zu bekommen, sei nach den Ergebnissen von Kohorten-Studien für RA-Kranke, aber auch für Patienten mit Systemischem Lupus Erythematodes zwei- bis fünfmal so hoch wie für gesunde Personen gleichen Alters, erklärte Professor Iain McInnes von der Universität Glasgow beim Europäischen Rheumatologen-Kongress EULAR in Amsterdam. Das Problem fängt nicht erst mit der Diagnose einer RA an. Eine retrospektive Studie hat ergeben, dass das Herzinfarkt-Risiko schon zwei Jahre vor der Diagnosestellung etwa dreimal so hoch ist wie normal. Die traditionelle antirheumatische Therapie mit Basistherapeutika hat an diesen Zahlen in den vergangenen 20 Jahren nichts geändert. Das macht auch eine Studie deutlich, die in Amsterdam Dr. Ulf Bergström aus Malmö in Schweden vorgestellt hat. Bergström hat zwei separate Patienten-Kohorten beginnend mit den Jahren 1978 und 1995 jeweils acht Jahre lang begleitet. Die Häufigkeit von kardiovaskulären Ereignissen wurde jeweils mit der durchschnittlichen Häufigkeit solcher Ereignisse in der Bevölkerung verglichen. Obwohl sich die medikamentöse Behandlung von RA-Patienten in diesen 20 Jahren stark verändert hat, sei die Lebenserwartung deutlich kürzer geblieben verglichen mit der übrigen Bevölkerung, sagte Bergström. Am plausibelsten erscheint Bergström ein Modell, bei dem entzündliche Prozesse in arthritischen Gelenken die Atherosklerose beschleunigen, wodurch Herzinfarkte und Schlaganfälle früher auftreten und schwerer ausfallen als in der übrigen Bevölkerung.

Quelle: Ärzte-Zeitung vom 01.08.06