Stress beschleunigt das Tumorwachstum
Schlagworte: StresshormoneWenn Mäuse mit Ovarialkarzinom unter Stress stehen, wächst ihr Tumor schneller als bei einer Kontrollgruppe ohne die Stressoren. Mit Betablockern lässt sich dieser Effekt verhindern. Das berichtet eine Arbeitsgruppe des University of Texas M. D. Anderson Cancer Center in Houston. Nach Angaben der Forscher hat die Studie die ersten messbaren Zusammenhänge zwischen Stress und den biologischen Prozessen des (Ovarial)-Tumorwachstums erbracht: Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass Stresshormone an Rezeptoren direkt auf der Zelloberfläche binden und dort das Wachstum von Blutgefäßen und anderen Faktoren stimulieren, die das Tumorwachstum beschleunigen.
Die Forschungen begannen, als die Arbeitsgruppe bei Patienten, die sich sehr gestresst fühlten, eine erhöhte Konzentration von gefäßbildenden Wachstumsfaktoren messen konnten. Patienten, die von ihrer Umgebung bei der Krankheitsbewältigung stärker unterstützt wurden, wiesen diese erhöhten Konzentrationen nicht auf. Die Forscher stellten fest, dass Krebszellen auf ihrer Oberfläche Rezeptoren für beta-adrenerge Hormone exprimieren. Eine Aktivierung der Rezeptoren führt über eine Signalkaskade zur verstärkten Angiogenese und lässt damit den Tumor schneller wachsen. Dieser Prozess ließ sich im Mausmodell durch die Gabe von Propanolol unterbrechen.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 03.08.06 - Nature Medicine (published online)


