Grünes Gemüse schützt vor Makuladegeneration
Schlagworte: ErnährungGrünkohl, Spinat, Brokkoli und Erbsen sind reich an den Makulapigmenten Lutein und Zeaxanthin. Eine Kost, die viel von diesen beiden Karotinoiden enthält, verringert das Risiko, an der trockenen Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zu erkranken. Das hat eine erste prospektive Kohortenstudie ergeben. Auf 3,6 Millionen wird die Zahl der Patienten mit trockener AMD in Deutschland geschätzt. Bei ihnen ist der Lutein- und Zeaxanthin-Gehalt in der Netzhaut signifikant erniedrigt. Dass er sich durch die tägliche Einnahme von 10 Milligramm Lutein ausgleichen lässt, ist bereits belegt. Zudem besserten sich mit dieser Therapie Kontrastempfindlichkeit und Sehschärfe innerhalb eines Jahres signifikant. Weiterhin gibt es Hinweise aus epidemiologischen Studien, dass Menschen, die viel luteinreiches Gemüse essen, ein geringeres AMD-Risiko haben als jene, die wenig verzehren. Hypothesen zufolge schützen Lutein und Zeaxanthin vor AMD, indem sie das für die Netzhaut schädliche blaue Licht absorbieren und freie Radikale einfangen. Eine Arbeitsgruppe um Dr. Suzen Moeller von der Universität Madison hat nun den Schutzeffekt für gesunde Frauen unter 75 Jahre bestätigt. Demnach hatten jene, die mit Gemüse und Obst durchschnittlich 2,6 mg der beiden Karotinoide täglich zu sich nahmen, ein fast um die Hälfte geringeres AMD-Risiko als jene mit 0,8 mg. Wie viel der Körper aufnimmt, hängt von der Zubereitung ab: Das Gemüse sollte schonend gegart sein, um die chemischen Bindungen der Karotinoide zu lockern, aber nicht lange gekocht, um die Moleküle nicht zu zerstören. Da sie nicht wasserlöslich sind, ist es ratsam, etwas Fett zuzugeben.
Quelle: Arch Ophthalmol 124, 2006, 1151 – Ärzte-Zeitung vom 31.08.06


