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01.09.2006
News

Intensivere Therapie gerechtfertigt

Schlagworte: Metabolisches Syndrom

 

Bei Patienten mit Koronarer Herzerkrankung und Metabolischem Syndrom ist zur Senkung des LDL-Cholesterins eine aggressivere Behandlung mit Statinen (Cholesterinsyntheseenzymhemmer) erforderlich. Beim Metabolischen Syndrom treten wenigstens drei Risikofaktoren für das Herz-Kreislauf-System (wie Insulinresistenz, Fettsucht, Bluthochdruck) gemeinsam auf.

Eine prospektive Doppelblind-Studie TNT (Treating to New Targets) wurde zwischen 1998 und 2004 an 256 Standorten in 14 Ländern in parallelen Gruppen durchgeführt, mit Folgeuntersuchungen nach durchschnittlich 4,9 Jahren. Prakash Deedwania und seine Kollegen von der University of California in San Francisco untersuchten für ihre Analyse 5584 zwischen 35 und 75 Jahre alte Patienten mit Metabolischem Syndrom und klinisch nachgewiesener Koronarer Herzkrankheit.

Den zufällig eingruppierten Patienten wurden täglich entweder 10 Milligramm oder als aggressive Therapie 80 Milligramm Atorvastatin verordnet. Nach drei Monaten hatten die mit geringerer Dosierung behandelten Patienten eine mittlere LDL-Cholesterin-Konzentration von 2,5 Millimol pro Liter im Vergleich zu 1,9 Millimol pro Liter bei der höher dosierten Therapie. 13 Prozent der Patienten der 10 Milligramm-Atorvastatintherapie erlitten eine schwerwiegende Herz-Kreislaufstörung gegenüber 9,5 Prozent in der 80 Milligramm-Gruppe. Unabhängig von der Behandlung traten bei Patienten mit Metabolischem Syndrom häufiger schwerwiegende Herz-Kreislaufstörungen (11,3 Prozent) auf als bei jenen ohne diese Erkrankung (8 Prozent). Dieses erhöhte Risiko konnte durch die intensive 80 Milligramm-Atorvastatintherapie stärker gesenkt werden als durch die schwächere mit 10 Milligramm. Die Analyse lässt darauf schließen, dass das Risiko einer massiven Herz-Kreislaufstörung mit dem Vorliegen jeder weiteren Komponente des Metabolischen Syndroms ansteigt, und auch an Diabetes erkrankte Patienten haben ein deutlich höheres Risiko. Die Anwendung der Hochdosistherapie auf Patienten mit Metabolischem Syndrom oder Diabetes aus der Gruppierung mit stabiler Koronarer Herzkrankheit lässt die Zahl zu behandelnder Patienten deutlich sinken. Dieses wiederum verbessert die Kosteneffizienz hochdosierter Statine.

 

Quelle: Prakash Deedwania et al., Lancet 2006; 368: 919