Remission ist stark vom Geschlecht abhängig
Schlagworte: Rheumatoide ArthritisFrauen mit rheumatoider Arthritis haben wesentlich schlechtere Chancen auf Heilung als Männer. Dies geht aus den Untersuchungen einer schwedischen Arbeitsgruppe hervor. Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Sie setzt oft plötzlich ein. Leitsymptome sind Schmerzen in den kleinen Finger- oder Zehengelenken. Die betroffenen Gelenke schwellen an und sind überwärmt. Eine symmetrische Entzündung der stammfernen Gelenke ist typisch, aber nicht obligat. Häufig sind die Symptome morgens am stärksten ausgeprägt. Im Verlauf befällt die Krankheit weitere Gelenke. Die schwedischen Autoren analysierten Daten von 700 Erwachsenen mit der Erstdiagnose einer rheumatoiden Arthritis. Das Durchschnittsalter dieser Patienten war 58 Jahre. Im Mittelwert lag die Diagnose bei Beginn der Studie sechs Monate zurück. Zwei Drittel der untersuchten Studienteilnehmer war weiblich und im Durchschnitt jünger als die männlichen Teilnehmer. Nach zwei Jahren hatte eine Remission bei vier von zehn Teilnehmern eingesetzt. Nach fünf Jahren lag die Quote beinahe unverändert bei 38,5 Prozent. Nur bei 20 Prozent der Teilnehmer befand sich die Krankheit zu beiden Zeitpunkten in der Rückbildung. Die schwedischen Forscher fanden heraus, dass das Geschlecht der Teilnehmer hierbei einen wesentlichen Faktor ausmacht. So betrug der Anteil der Frauen, die zwei Jahre nach Studienbeginn in Remission waren, 32 Prozent gegenüber 48 Prozent bei den männlichen Studienteilnehmern. Dieses Verhältnis verstärkte sich zum Zeitpunkt der zweiten Messung: Nach fünf Jahren lag die Remissionsrate bei den Frauen bei 31 Prozent, während sie bei den Männern 52 Prozent betrug. Die Wahrscheinlichkeit für Männer, zu beiden Zeitpunkten in Remission zu sein, lag etwa doppelt so hoch wie für Frauen. Anfangs verlief die Krankheit für beide Geschlechter etwa gleich intensiv. Frauen tendierten im weiteren Verlauf jedoch zu schwereren Krankheitsverläufen als Männer.
Quelle: Annals of the Rheumatic Diseases (doi:10.1136/ard.2006.056937) – Deutsches Ärzteblatt
vom 08.12.06


