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01.12.2006
News

Testosteronmangel bleibt häufig unerkannt

Schlagworte: Männergesundheit

 

Testosteronmangel kann bei Männern zu einer Störung der Libido, erektiler Dysfunktion und Infertilität führen, zu Muskel- und Knochenabbau und einer Abnahme der Leistungsfähigkeit. Der Altershypogonadismus entsteht durch funktionelle Veränderungen im Hypothalamus, in der Hypophyse und den Leydig-Zellen. Bestimmte Erkran-kun-gen lassen den altersbedingt langsam sinkenden Testosteronspiegel zusätzlich abfal-len, wie die kürzlich publizierte HIM1 (Hypogonadism in Males)-Studie zeigt: 2.162 Männer im

Alter von 45 Jahren und höher, die den Hausarzt zum Routine-Check-Up aufgesucht hatten, wurden auf einen Testosteronmangel untersucht.

Es zeigte sich, dass die Prävalenz des Hypogonadismus alarmierend hoch ist: mehr als ein Drittel (38,7%) der Patienten wurde als hypogonadal eingestuft. Ein Testo-steron-defizit wurde erwar-tungs-gemäß mit steigen-dem Alter häufiger dia-gnosti-ziert.

Symptome des Altershypogonadismus werden oft von Arzt und Patient nicht als solche erkannt, sondern dem normalen Alterungsprozess zugeschrieben. Auch die HIM-Studie zeigte, dass der Altershypogonadismus unterdiagnostiziert und unterbehandelt ist: Nur 10 Prozent der hypogonadalen Männer erhielten zum Untersuchungszeitpunkt bereits eine Testosterontherapie. Hypo-go-nadale Männer ohne Testosterontherapie weisen deutlich häufiger Komponenten des metabo-lischen Syndroms auf als Patienten mit normalen Testosteronwerten. Umgekehrt betrachtet ist das Risiko für einen Testosteronmangel bei Vorliegen dieser Zivilisations-Krankheiten erhöht: bei Bluthochdruck um den Faktor 1,84, bei Hyperlipid-ämie um 1,47, bei Diabetes um 2,09 und bei Adipositas um 2,38.

Angesichts dieser signifikant erhöhten Prävalenz des Hypogonadismus sollte speziell bei älteren übergewichtigen Männern und Diabetikern gezielt nach klinischen Symptomen eines Testosteron-mangels gefragt werden.

 

Quelle: Int Jour Clin Pract 60 (2006) 762-769