Feinstaub: Postmenopausale Frauen besonders gefährdet?
Schlagworte: UmwelteinflüsseDie kardiovaskulären Risiken von Feinstaub scheinen deutlich höher zu sein als bisher angenommen. Eine prospektive Beobachtungsstudie kommt zu deutlich höheren Risiken als seinerzeit eine Studie der amerikanischen Krebsgesellschaft. Maßgeblich für die Risikobewertung von Feinstaub waren Daten, die C. Arden Pope von der Brigham Young Universität in Provo, Utah, und Mitarbeiter aus der Cancer Prevention Studie II der American Cancer Society gewonnen hatten. Danach stieg das kardiale Risiko pro 10µg/m3 Feinstaub um 8 bis 18 Prozent. Joel Kaufman von der Universität Seattle kommt jetzt in einer Auswertung der Women's Health Initiative Observational Study (WHI-OS) zu einem wesentliche höheren relativen Risiko. Jeder Anstieg der PM 2,5-Konzentration um 10 µg/m3 Luft erhöhte das kardiovaskuläre Sterberisiko um 76 Prozent. Hinzu kommt noch ein Anstieg der kardiovaskulären Ereignisse wie Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall oder periphere arterielle Verschlusskrankheit um 24 Prozent. Frühere Studien hatten in diesem Punkt keine signifikanten Werte ermittelt. Offen ist noch die Frage, ob postmenopausale Frauen, auf welche die WHI-OS beschränkt war, ein besonderes hohes Risiko haben. Die Editorialisten halten dies für möglich. Frauen hätten anatomisch kleinere Koronarien, die auch häufiger “dysfunktional” seien als bei Männern. Die Atherosklerose sei öfter diffus und deshalb schwerer zu behandeln als bei Männern.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 02.02.07 - New England Journal of Medicine (NEJM 2007; 356: 447-458)


