Bei Testosteron-Mangel droht Frauen der Herzinfarkt
Schlagworte: HerzinfarktrisikoUS-Mediziner stießen auf unerwartete Ursachen für das Phänomen, dass Frauen mit KHK schlechtere Aussichten als Männer haben. Kardiovaskulär erkrankte Frauen erhalten immer noch eine weniger aggressive und zielgerichtete Sekundarprävention als ihre männlichen Leidenskollegen, hieß es bei der Jahrestagung der American Heart Association (AHA). So werden von ihnen 62,2 Prozent mit Lipidsenkern behandelt, von den Männern aber 67,1 Prozent. Zusätzlich zu diesem Defizit wurden noch eine Reihe weitere Faktoren für das bei Frauen erhöhte Komplikationsrisiko ermittelt: Einer davon ist erniedrigtes Testosteron in der Postmenopause. Davon betroffene Patientinnen haben nach ihren Angaben ein doppelt so hohes Risiko für Infarkte, Revaskularisierungs-Eingriffe und Tod wie Frauen mit höheren Werten des Hormons. Man könne zwar nicht sagen, dass höheres Testosteron protektiv sei, aber bei einem niedrigen Wert sei die Gefahr für solche Ereignisse erhöht, unabhängig von anderen Risikofaktoren.
Auch das Vorgehen bei Bypass-Operationen beeinflusst bei Frauen die Komplikationsrate und Sterblichkeit anders als bei Männern. Wird ohne Herz-Lungenmaschine operiert, treten bei ihnen nach einer Analyse von fast 11 500 Eingriffen überproportional weniger kardiale Ereignisse, Schlaganfälle und Todesfälle auf. Und es gibt noch einen überraschenden Ansatz, das Postinfarktrisiko besonders bei Frauen zu reduzieren. Nach einer Studie mit insgesamt 879 Patienten sind Ängste nach einem Infarkt bei Frauen nicht nur deutlicher ausgeprägt, sondern mit 30 vs. 22 Prozent auch deutlich häufiger als bei Männern. Außerdem geht die Angst bei Frauen mit einer um 30 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für Komplikationen einher. Dabei ist die gute Nachricht, dass Anxiolytika sowohl bei Männern als auch bei Frauen die Komplikationsrate verminderten.
Quelle: Medical Tribune vom 02.03.07


