Cholesterin: Risikofaktor für Schlaganfälle
Schlagworte: Schlaganfall, CholesterinFrauen mit hohen Cholesterinwerten haben ein erhöhtes Schlaganfallrisiko - auch, wenn sie ansonsten gesund sind. Dies geht aus einer Untersuchung von Wissenschaftlern des Brigham and Women’s Hospital an der Harvard Medical School in Boston hervor. In einer Langzeitstudie untersuchten die Forscher 27.937 Frauen aus den USA und Puerto Rico. Alle waren Medizinerinnen und mindestens 45 Jahre alt und hatten zu Beginn der Studie keine kardiovaskulären Erkrankungen, Krebs oder andere schwerwiegende Krankheiten in ihrer Anamnese. Die Studie dauerte elf Jahre. In diesem Zeitraum traten bei den Frauen 282 Schlaganfälle auf, was einer Quote von 9 pro 10.000 pro Jahr entspricht. Die Bostoner Arbeitsgruppe stellte einen starken Zusammenhang fest zwischen hohen Cholesterinspiegeln im Blut zu Beginn der Studie und dem späteren Auftreten von Schlaganfällen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Cholesterin als Risikofaktor für den Schlaganfall. Ansonsten vollkommen gesunde Frauen hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, wenn sie erhöhte Cholesterinwerte aufwiesen. Schwachpunkte der Studie sind allerdings:
· die Forscher bestimmten den Cholesterinwert nur zu Beginn der Studie und beobachteten den Verlauf nicht weiter
· die Studie untersuchte nur Medizinerinnen
· die Hautfarbenverteilung entspricht nicht der der amerikanischen und puertoricanischen Bevölkerungen; der Anteil weißer Frauen war zu hoch.
Dennoch sehen die Forscher die Erkenntnisse der Studie als weiteren Grund zur Senkung des Blutcholesterins zur Schlaganfallprophylaxe.
Quelle: Ärzteblatt vom 27.02.2007 – Neurology (2007; 68: 556-562)


