Adipositas fördert Arthrose in allen Gelenken
Schlagworte: ArthroseSpecken Patienten mit Arthrose ab, nützt das nicht nur den Knien, sondern allen Gelenken. Der Grund: Nehmen die Patienten ab, wird auch das Fettgewebe geringer und es werden weniger Entzündungsmediatoren gebildet. In aktuellen Studien wird Arthrose zunehmend als Folge einer Störung des Fettstoffwechsels diskutiert.
In Studien wurde beobachtet, dass sich bei Patienten mit Arthrose die Erkrankung bessert, wenn sie abnehmen. Dabei wirkte sich das Abspecken positiv nicht nur auf arthrotisch veränderte Kniegelenke, sondern auch auf arthrotisch veränderte Fingergelenke aus. Der Effekt beruht also weniger auf dem Verlust von Körpergewicht, sondern vielmehr auf dem Verlust von Körperfett. Forscher erklären die Beobachtung, dass Adipöse auch in Gelenken ohne mechanische Belastung häufiger eine Arthrose haben als Normalgewichtige: Das Fettgewebe sei eine Art endokrines Organ, das viele Zytokine wie Interleukin-1 und TNFα sowie Adipokine wie Adiponektin, Leptin und Resistin bildet. Hohe Leptinspiegel im Gelenk führen zur Degeneration der Matrix. Daher ist bei Arthrose eine Störung des Fettstoffwechsels anzunehmen. Hinzu kommt eine schlechtere subchondrale Gefäßversorgung. Das kann zu einer Mangelernährung des Knorpels oder zu direkten ischämischen Effekten auf den Knochen führen. Abzunehmen und Fettgewebe zu verringern wirkt sich daher positiv auf alle Gelenke aus.
Chondrozyten besitzen Mechanorezeptoren und Ionenkanäle, die über Scherkräfte aktiviert werden. Wenn durch dauernde Belastung des Gelenkknorpels im Knie bei adipösen Patienten die Rezeptoren der Chondrozyten aktiviert werden, bilden die Knorpelzellen Zytokine, Wachstumsfaktoren und Entzündungsmediatoren wie Prostaglandine und Stickoxid (NO). Diese Prozesse können die Matrixsynthese im Gelenk hemmen und zur Knorpeldegeneration führen.
Quelle: Ärzte Zeitung, 09.03.2006


