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01.04.2007
Gene, Herz-Kreislauf, News

Framingham-Studie: Kardiale Risikofaktoren werden vererbt

Schlagworte: Kardiale Risikofaktoren

 

Hypercholesterinämie, Hypertonie und andere kardiale Risikofaktoren gelten gemeinhin als selbstverschuldete Folgen eines zivilisatorischen Fehlverhaltens. Ein deutlicher genetischer Einfluss ist nach einer neuen Analyse der Framingham Heart Study in den Archives of Internal Medicine jedoch kaum auszuschließen. Hier hatten Kinder von Eltern, die sich eines langen Lebens erfreuten, das günstigste Risikoprofil.

 

Die Framingham Heart Study wurde 1948 begonnen und umfasst mittlerweile zwei Generationen. Dies ermöglicht einen direkten Vergleich von Eltern und Kindern, über den Dellara Terry von der Universität Boston berichtet. Die Geriaterin interessierte sich für die kardialen Risikofaktoren der Nachfahren der erste Framingham-Generation, die 85 Jahre oder älter geworden sind.

Aufgrund der Ergebnisse dürfen die Kinder ebenfalls auf ein langes Leben hoffen. Denn wenn ein oder beide Elternteile ein hohes Alter erreichten, haben die Nachkommen im Erwachsenenalter häufig einen normalen Blutdruck, ein optimales Verhältnis von Gesamtcholesterin zum HDL-Cholesterin und damit einen niedrigen Framingham Risk Score (er fasst alle Risikofaktoren von Alter, Geschlecht über Bildungsniveau und Rauchen bis hin zu Blutdruck Cholesterin und Body-Mass-Index zusammen). Dies traf nicht nur auf eine einmalige Stichprobe zu. Die Nachfahren konnten ihr günstiges Risikoprofil über den Zeitraum von 12 Jahren, den Terry analysierte, bewahren.

Die Herausgeberin Clyde Schechter vom Albert Einstein College of Medicine in New York hofft, dass die neuen Ergebnisse die Forschung auf diesem Gebiet stimulieren werden. Während die Wissenschaft in der Vergangenheit das Augenmerk vor allem auf die Prävention der vermeidbaren Risikofaktoren legte, gelten die genetischen Mechanismen, welche die kardialen Risikofaktoren und damit auch die Lebenserwartung wesentlich mitbestimmen, als kaum erforscht.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 14.03.2007; Archives of Internal Medicine (2007; 167: 438-444)