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01.08.2007
Herz-Kreislauf, Hormone, News

Menopause: Östrogentherapie beugt Koronarverkalkung bei bestimmter Altersgruppe vor

Schlagworte: Hormonersatztherapie, Östrogen

 

Eine Nebenstudie der WHI kommt im New England Journal of Medicine jüngst zu dem Ergebnis, dass eine Östrogenmonotherapie bei 50- bis 59-jährigen hysterektomierten Frauen die Verkalkung der Koronargefäße eindämmen kann. Die International Menopause Society fühlt sich in ihrer Kritik an der WHI bestätigt, im NEJM hält ein Editorialist einen Meinungsumschwung für möglich.

Die Ergebnisse der WHI Coronary-Artery Calcium Study (WHI-CACS), einer Anschlussstudie, die 1,3 Jahre nach dem Ende der 7,5-jährigen WHI-Studie untersuchte, welchen Einfluss die Therapie (0,625 mg/die CEE oder Placebo), auf die Kalkablagerungen in den Koronargefäßen hatte, wurden kürzlich publiziert. Kalkablagerungen können heute mittels Computertomographie quantifiziert werden. Dies erlaubt zwar keine Aussage über den Stenosegrad in den Koronarien, gilt aber als guter Marker für das Fortschreiten der Koronarsklerose. Verminderte Ablagerungen sollen eine langfristig günstige Prognose anzeigen. Diese ist jetzt in den von JoAnn Manson vom Brigham and Women's Hospital in Boston und Mitarbeitern vorgestellten Daten zur Östrogenmonotherapie erkennbar. Ein deutlicher Rückgang im Coronary-Artery Calcium Score wurde unter CEE zu 42 Prozent häufiger (Odds Ratio 0,58; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,5-0,95) gesehen als unter Placebo. Bei den Frauen mit einer hohen Adhärenz zur langjährigen Einnahme betrug die Reduktion sogar 61 Prozent (Odds Ratio 0,39; 0,21-0,73). Für die Editorialisten Michael Mendelsohn und Richard Karas von der Tufts Universität in Boston sind das „klare und treffende“ Belege für eine kardiopräventive Wirkung der Hormontherapie bei jüngeren postmenopausalen Frauen. Das mittlere Alter in der Studie betrug 55 Jahre und bei allen war die Menopause 11 Jahre zuvor chirurgisch induziert worden.

 

Quelle: NEJM 2007; 356: 2591-2602, Deutsches Ärzteblatt