Kalzium reduziert Risiko von Knochenbrüchen und Knochenschwund bei älteren Menschen
Schlagworte: NahrungsergänzungEine Nahrungsergänzung mit Kalzium als Einzelpräparat oder in Kombination mit Vitamin D reduziert das Risiko von Knochenbrüchen bei Personen über fünfzig Jahren um 12 Prozent, so die Autoren eines Artikels in der aktuellen Ausgabe von "The Lancet". Die Wissenschaftler stützen ihre Ergebnisse auf eine Meta-Analyse von 17 Studien mit 52 625 Personen über 50 Jahren und einer mittleren Behandlungsdauer von 3,5 Jahren. Sie fanden heraus, dass es bei einer hohen Therapietreue (z.B. wenn die Patienten das Dosierungsschema korrekt einhielten) eine etwa 24-prozentige Reduktion des Knochenbruchrisikos gab. Die Risikoreduktion war bei Kalziumdosen von über 1200 Milligramm deutlicher verglichen mit Dosen von weniger als 1200 Milligramm (20 Prozent Reduktion verglichen mit 6 Prozent); ebenso lag sie bei Vitamin-D-Dosen von 800 IU (Internationalen Einheiten) oder mehr höher als bei Dosen von unter 800 IU (16 Prozent Reduktion verglichen mit 13 Prozent). Der Behandlungseffekt war bei älteren Personen, die betreut wohnten, ein niedriges Körpergewicht sowie eine zu geringe Kalziumaufnahme hatten, ausgeprägter, ebenso bei Personen, deren Grundrisiko erhöht war. Die Autoren glauben, dass die betreut lebenden Personen stärker von der Behandlung profitierten, weil sie Hilfe bei der Einhaltung der Dosierungsschemata erhielten. In einem getrennten Teil der Studie unternahmen die Forscher eine Metaanalyse von 23 Studien, welche die Knochendichte als Parameter maßen und fanden heraus, dass die Nahrungsergänzung mit Kalzium alleine oder in Kombination mit Vitamin D auch den Knochenschwund in der Hüfte um 0,54 Prozent und den in der Wirbelsäule um 1,19 Prozent reduzierte. Die Autoren folgern, dass die Nahrungsergänzung mit Kalzium alleine oder in Kombination mit Vitamin D bei der präventiven Behandlung von osteoporotischen Brüchen wirksam sei.
Quelle: Lancet 2007; 370: 657-666


