Folsäure senkt das Schlaganfallrisiko signifikant
Schlagworte: Schlaganfall, Folsäure, SupplementierungDer Nutzen einer Senkung des Homocysteins zur Reduktion des globalen kardiovaskulären Risikos wird kontrovers diskutiert. Wie sich die Folsäuregabe speziell auf das Apoplex-Risiko auswirkt, wurde in einer Metaanalyse untersucht. Dafür wurden die Daten von acht randomisierten kontrollierten Studien aus den Jahren 1999 bis 2006 mit insgesamt 16.841 Patienten in die Studie aufgenommen. In diesen Studien wurde die Supplementierung mit Folsäure (mit und ohne Gabe von B-Vitaminen, inkl. Vitamin B6 und B12) mit der Gabe von Placebo, niedriger oder üblicher Folsäureaufnahme über mindesten sechs Monate im Hinblick auf den Endpunkt Schlaganfall verglichen. Die Dosierungen der Folsäure der Interventionsgruppe betrugen zwischen 0,5 und 15 mg/d. Drei Studien waren in Gebieten mit einer Folsäure-Anreicherung von Nahrungsmitteln, vier in Gebieten ohne Anreicherung und eine mit gemischtem Anteil aus beiden Gebieten durchgeführt worden. Die Daten wurden weiterhin nach der Behandlungsdauer stratifiziert. Nach dem Poolen der Daten aller acht Studien ergab sich eine signifikante Risikoreduktion für Schlaganfall von 18 Prozent. Dieser Effekt wurde durch folgende Faktoren weiter erhöht: Behandlungsdauer >36 Monate, Gebiete ohne oder mit teilweiser Anreicherung der Nahrung durch Folsäure sowie kein Schlaganfall in der Vorgeschichte. Die Supplementierung von Folsäure ist also eine effektive Maßnahme in der Primärprävention zur Senkung des Schlaganfallrisikos.
Quelle: Lancet 2007; 369: 1876-1882 – thelancet.com, 02.06.2007


