Mit einfachen Mitteln gegen das metabolische Syndrom
Schlagworte: Metabolisches SyndromWürden wir uns gesünder ernähren und mehr bewegen, könnte das metabolische Syndrom drastisch reduziert werden. Jedoch: Mit Appellen an die Eigenverantwortung gelangt man bei den meisten Menschen offensichtlich nicht zu den wünschenswerten Lebensstiländerungen. Dieses ernüchternde Resümee zu den Bemühungen um Lebensstiländerungen zogen Ernährungsmediziner von der TU München beim 2. Wissenschaftlichen Symposium "Metabolisches Syndrom" der Stiftung "Rufzeichen Gesundheit!" in Baierbrunn. Man müsse daher anerkennen, dass Erziehungsversuche offensichtlich keinen Erfolg haben, wenn nicht zusätzlich gesellschaftliche Umfeldbedingungen geschaffen werden, die es leichter machen, Verhaltensänderungen einzuleiten und durchzuhalten. Ein konkretes Beispiel: Die Lust auf ungesunde Nahrungsmittel dürfe nicht durch eine beschönigende Werbung forciert werden. Auch eine einfache und eindeutige Kennzeichnung der möglichen Gesundheitsgefährdung aller Lebensmittel wie in England mit einer Risikoampel wäre wünschenswert. Die offizielle Haltung der Lebensmittelindustrie, wonach alles von ihr Produzierte gesund oder gesundheitsneutral ist und wenn, erst im Übermaß genossen ein krank machendes Potenzial hat, sei falsch, zynisch und werde der Psyche der Menschen nicht gerecht. Die Bevölkerung könne man bestenfalls durch einfache, konkrete Botschaften erreichen. So wäre nach Ansicht der Wissenschaftler schon viel gewonnen, wenn man Menschen dazu bringen könnte, grundsätzlich auf gesüßte Getränke - einschließlich unverdünnter Obstsäfte - zu verzichten, nur dreimal am Tag zu essen und generell Treppen zu steigen, anstatt immer nur den Fahrstuhl zu benutzen. Unter Ernährungswissenschaftlern setzt sich die Erkenntnis durch, dass Zwischenmahlzeiten zur Gewichtsregulierung kontraproduktiv sind. Studien konnten belegen, dass diejenigen, die am Nachmittag einen Zwischenimbiss einnehmen, dann zu Abend eher mehr essen als Menschen, die seit dem Mittagessen nichts mehr gegessen haben. Bei Diabetikern steigern Zwischenmahlzeiten das Gewicht, erhöhen die Frequenz postprandialer Blutzuckerspitzen und verkürzen die Erholungszeiten für Insulin produzierende Zellen.
Quelle: Ärzte Zeitung, 15.11.2007


