Rechtzeitig aktiv werden
Schlagworte: PräventionVieles, was Menschen als körperlichen Alterungsprozess empfinden, ist Ausdruck einer passiven Lebensweise: Sie werden zunehmend inaktiv, nach und nach schwindet die Bewegungsfähigkeit. Bis zu 30 Prozent der abnehmenden Leistungsfähigkeit zwischen dem 30. und dem 70. Lebensjahr ist zu gleichen Teilen auf Rückbildung und Nichtgebrauch der Muskeln zurückzuführen. Deswegen sollte, wer sich in fortgeschrittenen Lebensphasen wohl fühlen und unabhängig bleiben möchte, dafür sorgen, dass Beweglichkeit und geistige sowie soziale Aktivitäten zum Alltag gehören. Menschen, die ihre individuellen Gesundheitsressourcen stärken, bewältigen Erkrankungen leichter und bleiben zudem auch geistig länger fit. Bewegungsmangel beschleunigt den Muskelabbau und führt zum Verlust der körperlichen und geistigen Kräfte: Bis zum 80. Lebensjahr vermindert sich die Muskelfaseranzahl um nahezu 40 Prozent. Bei alten Menschen lässt sich eindeutig feststellen: Je weniger Muskulatur, desto geringer ist der Stoffwechsel und Energieverbrauch. Hormonelle Veränderungen, die mit dem Alterungsprozess zusammenhängen, reduzieren zusätzlich die Muskelmasse. Sehr häufig verschlechtert sich das Körpergewicht, die Gangsicherheit und -geschwindigkeit. Prävention, Vermeidung von Risikofaktoren, gesunde Ernährung und Bewegung sollten möglichst früh begonnen und konsequent durchgehalten werden. Andererseits können Anpassungsprozesse in Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit in jedem Alter in Gang gesetzt und die Leistungsfähigkeit deutlich verbessert werden. Schon lange Spaziergänge, Radfahren oder moderat anstrengende Gartenarbeit verzögern, besonders bei sonst bewegungsarmer Lebensweise, die Rückbildungsprozesse. Gerade Untrainierte können rasch motivierende Fortschritte erzielen, wie eine Studie der Universität Frankfurt herausfand. Bereits nach vier Wochen, in denen dreimal pro Woche ein gezieltes einstündiges Training stattfand, war die Alltagsmotorik der 64- bis 92-jährigen Teilnehmer deutlich verbessert. Auch geistig hält das körperliche Training fit: Bereits nach zwei Monaten haben Untersuchungen eine schnellere Reaktionszeit, gesteigerte Gedächtnisleistungen und besseres Problemlösungsvermögen nachgewiesen. Die Hirnfunktionen werden insbesondere deshalb gefördert, weil das Hirn besser mit Blut und Sauerstoff versorgt wird und Bewegung Stoffwechsel und Kreislauf anregt, und so vor Schädigungen des neuronalen Gewebes schützt.
Quelle: Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt - ProPraxis Gynäkologie, Oktober 2007


