Testosteron wirkt bei multipler Sklerose neuroprotektiv
Schlagworte: Multiple SkleroseIn einer Pilotstudie an zehn Männern mit rezidivierender-remittierender multipler Sklerose wurde mit dem Einsatz eines Testosteron-Gels eine Verbesserung der Kognition und eine erhebliche Reduktion des Verlustes an Hirnvolumen erzielt. Männer sind weniger als Frauen empfänglich für viele Autoimmunkrankheiten. Dies steht möglicherweise in Zusammenhang mit den Geschlechtshormonen. Vor diesem Hintergrund unternahm eine US-Forschergruppe eine Pilotstudie an zehn Männern mit rezidivierender-remittierender MS und Testosteronspiegeln im unteren Normbereich. Die einjährige Behandlung mit einem Testosteron-Gel war verbunden mit einer Verbesserung der Kognition in Teilbereichen und mit einem deutlichen Rückgang der Hirnatrophie. Die Behandlung hatte keine signifikante Wirkung auf Zahl und Volumen der mittels Gadolinium-verstärkter Magnetresonanz geordneten Läsionen. Registriert wurde ein Zuwachs der Muskelmasse. Offenbar wirkte die Testosterontherapie neuroprotektiv. Die Autoren halten sie für unbedenklich und gut verträglich.
Quelle: Arch Neurol 2007; 64: 683-688 – Praxis-Depesche 23.11.2007


