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02.02.2008
Metabolismus/Diabetes, News

DGE befürwortet Testosteron

Schlagworte: Metabolisches Syndrom, Testosteron

 

Sinkt bei Männern im Alter der Spiegel der männlichen Geschlechtshormone, beeinträchtigt dies nicht nur Leistung, Liebe und Lust, sondern auch den Stoffwechsel: Testosteronmangel begünstigt bei älteren Männern das Metabolische Syndrom (MS) – ein tödliches Quartett aus Hypertonus, gestörtem Fett- und Glukosestoffwechsel und Übergewicht. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) befürwortet in diesen Fällen – nach umfassender ärztlicher Prüfung – eine Hormontherapie. Im Alter bilden sich im Hoden weniger Androgene. Dadurch geht die Konzentration von Testosteron im Blut jährlich um ein bis zwei Prozent zurück. „Der Körper ist dadurch für Insulin weniger empfindlich“ erläutern Forscher von der Warwick Medical School in Coventry: „Wir wissen dies von Patienten, die wegen Prostata-CA mit Anti-Androgenen behandelt werden: Bei ihnen steigen Blutzucker und Insulinkonzentration an – ein klarer Hinweis auf eine Insulinresistenz.“ Diese ist auch ein Kennzeichen des MS, woran etwa 30 Prozent der Bevölkerung leiden. Ein MS führt unter anderem dazu, dass die Blutgefäße der Betroffenen erkranken. Dies begünstigt langfristig Schlaganfall und Herzinfarkt. Erste Studien zeigen, dass bei den betroffenen Männern eine Hormonbehandlung mit Testosteron das MS bessert. „Eine Therapie sollte jedoch erst erfolgen, wenn der Hormonmangel zur Erkrankung geführt hat – vorbeugend ist dies nicht sinnvoll.“ Bestätigt sich ein vermuteter Androgenmangel im Labor, könne Testosteron die Stoffwechsellage bessern. Auch der Bauchumfang nehme dadurch ab. Eine Hormonbehandlung setzt laut DGE zwei Bedingungen voraus: Ein Spezialist muss den Androgenmangel zuverlässig diagnostizieren und darüber hinaus müsse der Mangel des männlichen Geschlechtshormons die Gesundheit des Patienten deutlich beeinträchtigen. Denn die Hormonbehandlung birgt auch Risiken: z.B. kann sich die Vorsteherdrüse vergrößern und die Harnröhre einengen. Deshalb ist es notwendig, Prostata und Blut regelmäßig zu untersuchen.

 

Quelle: Arzt & Prävention 06/2007