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01.03.2008
Gewicht, Krebs, News

Risikofaktor für Krebs?

Schlagworte: Übergewicht

 

Übergewichtige Frauen haben ein höheres Risiko für eine Krebserkrankung als normalgewichtige. Bei einem BMI über 25 ist das Krebsrisiko um zwölf Prozent höher als bei einem BMI von 22,5 bis 24,5. Übergewicht ist vor allem mit einem erhöhten Risiko für Endometrium- oder Ösophaguskarzinome und auch für Leukämien assoziiert. Das zeigen Ergebnisse der „Million Women Study“ mit 1,2 Millionen Frauen im Durchschnittsalter von 56 Jahren. Diese füllten Fragebögen zu sozialen und persönlichen Daten aus. Die Beobachtungszeit betrug fünf bis sieben Jahre. In dieser Zeit erkrankten 45.037 Frauen an Krebs, 17.203 starben daran. Für alle untersuchten 17 Krebsarten zusammengenommen steigen Inzidenz und Sterberate mit steigenden BMI-Werten. Aufgeschlüsselt nach den einzelnen Krebsarten ergab sich für übergewichtige Frauen ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs nach der Menopause, Endometrium-, Nieren- und Adenokarzinome des Ösophagus. Dafür liegen bereits Hinweise aus anderen Studien vor. Aber auch für hämatopoetische Tumoren wie Leukämien oder Non-Hodgkin-Lymphom fand sich in der „Million Women Study“ eine Korrelation. Für Zervix-Ca und Hirntumoren ergab sich keine Beziehung zwischen BMI und Krebsrisiko. Bei Plattenepithelkarzinomen der Speiseröhre oder Lungen-Ca nahm das Risiko mit steigendem Körpergewicht sogar ab. Als Schalter im positiven wie im negativen Sinn erwies sich die Menopause. So stieg das Risiko für Kolorektal-Ca und Melanome nur vor der Menopause mit dem BMI. Das Brustkrebsrisiko wiederum nahm vor der Menopause mit steigendem BMI sogar ab, danach aber zu. Ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Tumoren haben auch Typ-2-Diabetiker. Sie erkranken häufiger an Adenokarzinomen des Ösophagus und der Kardia, an Pankreas- und Leber-Ca sowie an kolorektalen Karzinomen.

 

Quelle: BMJ 2007; 335: 1134 - Forschung & Praxis 2008; 468