Im Alter unverändert?
Schlagworte: SexualitätTrotz steigendem Altersdurchschnitt der Bevölkerung ist über die sexuelle Aktivität Älterer, den Einfluss physiologischer Veränderungen oder den Auswirkungen von Krankheiten wenig bekannt. Eine bessere Kenntnis sexueller Normalität und typischer Probleme im Alter sollte Ärzten helfen, ihre Patienten kompetenter zu beraten. In den USA befragten Ärzte eine repräsentative Kohorte von 1.550 Frauen und 1.455 Männern im Alter von 57 bis 85 Jahren zu Ehe, Partnerschaft und Sexualität in den letzten fünf Jahren. In der untersuchten Gruppe sank die Prävalenz der sexuellen Aktivität mit steigendem Alter, und zwar von 73 Prozent in der Gruppe der 65 bis 74-Jährigen auf 26 Prozent bei Männern und Frauen zwischen 75 und
85 Jahren. Außerdem waren Befragte, die ihren Gesundheitszustand als schlecht oder leidlich einschätzen, sexuell weniger aktiv als solche, die ihre Gesundheit als sehr gut oder exzellent bewerten. (Odds Ratio (OR) Männer 0.21 OR Frauen 0.36). Frauen aller untersuchten Altersklassen führten seltener eine Ehe oder hatten intime Beziehung. Im Vergleich zu Männern gleichen Alters berichteten sie zudem seltener über sexuelle Aktivität. Zu den häufigsten sexuellen Problemen von Frauen gehörten eine geringere Libido (43 Prozent), ungenügende vaginale Lubrikation (39 Prozent) und Anorgasmie (34 Prozent). Männer litten am häufigsten unter Erektionsstörungen (37 Prozent), mangelndem Interesse und vorzeitigem Orgasmus (je 28 Prozent). Abhängig von den Symptomen fühlten sich 59 bis 97 Prozent der Betroffenen durch diese Probleme beeinträchtigt, doch nur 38 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen über 50 Jahre sprachen über ihre sexuellen Einschränkungen mit einem Arzt. 14 Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen nahmen in den 12 Monaten vor der Befragung Medikamente oder Supplemente, um ihre Sexualität zu verbessern.
Quelle: N Engl Med 2007; 357: 762-774 – Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2008; 68


