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01.05.2008
Gene, Krebs, News

Neue Risikogene identifiziert

Schlagworte: Brustkrebs, BRCA1, BRCA2

 

Weitere Gene, die das Risiko für Brustkrebs erhöhen, haben Wissenschaftler des deutschen Konsortiums für erblichen Brust- und Eierstockkrebs identifiziert. Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor der Frau. Jede zehnte Frau in Deutschland erkrankt daran. In fünf bis zehn Prozent der Fälle wird die Erkrankung vererbt. Häufig sind Mutationen in den Brustkrebsgenen BRCA1 beziehungsweise BRCA2 die Ursache. Die Identifizierung der neuen Risikogene bildet eine wesentliche Voraussetzung, um den betroffenen Frauen zukünftig eine maßgeschneiderte Früherkennung anzubieten. Nach den Erkenntnissen der Arbeitsgruppe erkranken Frauen mit einer BRCA2-Mutation deutlich früher an Brustkrebs, wenn bei ihnen auch das so genannte FGFR2-Gen verändert ist. Außerdem zeigten sie beispielhaft, dass FGFR2 mit einem weiteren Risikogen, dem MAP3K1-Gen, in Wechselwirkung tritt und dadurch das Krebsrisiko noch weiter erhöht. Diese Risikogene spielen vermutlich auch bei einem großen Teil der Brustkrebserkrankungen eine Rolle, die nicht vererbt werden. Im Gegensatz zu den BRCA-Genen handelt es sich um so genannte niedrig penetrante Risikogene: Sie führen nur bei einem geringen Prozentsatz der betroffenen Mutationsträger zur Krebsentwicklung.

 

Quelle: American Journal of Human Genetics 2008; 82:937-948 – Deutsches Ärzteblatt 28.04.2008