Regelmäßiger Weingenuss kann schützen
Schlagworte: Demenz, Wein, AlkoholFrauen, die regelmäßig, aber in Maßen Wein trinken, erkranken einer bevölkerungsbasierten Studie im zufolge seltener an einer Demenz. Spirituosen erhöhten dagegen das Risiko.
Wein enthält eine Reihe von Antioxidantien, denen eine schützende Wirkung auf das Nervensystem nachgesagt wird. Forscher der Universität in Göteborg zitieren in ihrer Publikation nicht weniger als 13 Studien, die eine entsprechende Assoziation ergaben. Selten war das Ausmaß so groß wie in der aktuellen Untersuchung. Die „Kvinnoundersökningen“ beobachtete eine Gruppe von Frauen seit 1968. Von den 1.462 damals 38- bis 60-jährigen Frauen waren 162 bis 1992 an einer Demenz erkrankt. Diese Diagnose, die bei den regelmäßigen Untersuchungen gestellt wurde, war nun signifikant invers mit der Angabe eines Weinkonsums assoziiert. Die Wissenschaftler errechneten eine Hazard Ratio von 0,6 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,4-0,8), also eine Minderung um 40 Prozent. Unter den Frauen, die Wein und keine anderen alkoholischen Getränke konsumierten, war die protektive Wirkung noch höher. Bei einer Hazard Ratio von 0,3 (0,1-0,8) erkrankten die Frauen zu 70 Prozent seltener an einer Demenz. Für Bier wurde keine protektive Wirkung gefunden. Der Konsum von Spirituosen ging sogar mit einer erhöhten Rate von Demenzkrankheiten einher. Dies sei ein Beleg dafür, dass die protektive Wirkung in anderen Inhaltsstoffen des Weines als dem Alkohol zu suchen ist. Interessanterweise war die protektive Wirkung bei Raucherinnen besonders akzentuiert. Die Forscher halten es für möglich, dass die antioxidativen Substanzen im Wein einen Teil der schädlichen Wirkung des Tabakrauches auffangen. Allzu weit sollte man mit den Spekulationen aber nicht gehen, denn eine Assoziation ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer Kausalität. Es ist durchaus denkbar, dass andere Verhaltensweisen der Weintrinkerinnen für die protektive Wirkung verantwortlich sind.
Quelle: American Journal of Epidemiology 2008; 167:684-691- Deutsches Ärzteblatt 11.04.2008


