So gefährlich ist Bauchfett
Schlagworte: ÜbergewichtEin Kugelbauch macht eher krank als dicke Oberschenkel oder Speck an den Hüften. Und auch Schlanke können verborgenes Bauchfett ansammeln. Und wenn die Hose spannt und der Rock kneift, ist das nicht nur ein kosmetisches Problem: Übergewichtige laufen eher Gefahr, eine ganze Reihe von Krankheiten zu bekommen, allen voran Herzleiden und Diabetes Typ 2. Doch Fett ist nicht gleich Fett: Wenn sich die Kilos vor allem in der Leibesmitte sammeln, ist das für die Gesundheit schädlicher als Polster an den Hüften oder Oberschenkeln. Schon seit einigen Jahren wissen Forscher, dass der Bauchumfang entscheidend ist. So lautet eine Empfehlung des US-amerikanischen National Institute of Health, dass Frauen höchstens 88 Zentimeter Bauchumfang haben sollten, Männer nicht mehr als 102 Zentimeter. Das Fettgewebe am und vor allem im Bauch, auch viszerales Fett genannt, spielt eine wichtige Rolle, weil es eine ganze Reihe von Signalstoffen produziert. Forscher entschlüsseln die Rolle dieser Botenmoleküle erst nach und nach. Doch schon jetzt wissen sie, dass Fettschichten in anderen Körperregionen stoffwechselphysiologisch nicht so aktiv sind. Deshalb sind Pölsterchen an Hüfte, Po oder Beinen für die Gesundheit etwas weniger riskant. Doch auch wer schlank ist, besitzt möglicherweise viel von dem gefährlichen Polster. Auch äußerlich dünne Menschen können beträchtliche Anteile an viszeralem Fett haben Denn das gefährliche Gewebe lagert sich zuerst zwischen den inneren Organen ab, bevor zusätzliche Pfunde äußerlich sichtbar werden. Deshalb bringt es auch nichts, wenn sich Übergewichtige Bauchfett absaugen lassen. Das viszerale Fett liegt rund um die inneren Organe im Bauchraum und kann so nicht entfernt werden. Nachweisen lässt sich dieses Fettgewebe zum Beispiel durch bildgebende Verfahren, etwa Computertomografie. Wissenschaftler haben bereits einen Bluttest entwickelt, der mithilfe eines bestimmten Eiweißes das Risiko ermitteln will. Doch noch ist der Test nicht in der Praxis verfügbar.
Die Liste der Leiden, die Bauchfett mit verursacht, ist lang:
• Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall und Arteriosklerose treffen häufiger Menschen mit dicken Bäuchen.
• 84 Prozent aller Diabetes-Erkrankungen traten bei Männern auf, die einen Taillenumfang von mehr als 94 Zentimetern hatten.
• Menschen mit hohem Bauchumfang haben höhere Triglyceridwerte im Blut, ebenso weitere Blutwerte, die auf ein erhöhtes Diabetesrisiko oder auf eine größere Gefahr für Herz-Kreislauf- oder Gefäßleiden hinweisen.
• Laut Laboranalysen findet im Bauchfett eine chronisch-entzündliche Gewebeerkrankung statt, das Risiko für Thrombosen ist erhöht.
• Wer in den mittleren Lebensjahren besonders viel Bauchfett ansetzt, erkrankt eher an Alzheimer als normalgewichtige Altersgenossen oder Menschen, deren Taille trotz Übergewicht schlank blieb.
• Auch das Krebsrisiko steigt mit üppiger Taille.
Quelle: Focus Online 17.04.2008


