Sport verhindert Krebstod bei Männern
Schlagworte: KrebsSportliche Aktivität kann einer prospektiven Beobachtungsstudie zufolge bei Männern Krebs vorbeugen und im Fall einer Erkrankung die Überlebenschancen verbessern. Die Kohorte der Untersuchung umfasst rund 40.000 Männer im Alter von 45 bis 79 Jahren aus zwei schwedischen Regionen, die seit 1998 regelmäßig nach ihren Lebensgewohnheiten befragt wurden. Bis 2004 waren 3.714 Teilnehmer an Krebs erkrankt und 1.153 daran gestorben. Wie die Wissenschaftler vom Karolinska Institut in Stockholm berichten, erkrankten sportlich aktive Männer seltener an Krebs. Eine signifikante Reduktion erforderte allerdings mindestens 60 Minuten leichter sportlicher Aktivität (Gehen oder Radfahren) am Tag, was in der Studie mit einer um 12 Prozent verminderten Krebsinzidenz einherging (95-Prozent-Konfidenzintervall 2 bis 28 Prozent). Wenn es zu einer Erkrankung gekommen ist, reicht eine halbe Stunde am Tag aus, um die Sterberate um 33 Prozent zu senken. Bei Beobachtungsstudien ist die Frage von Ursache und Wirkung jedoch unklar. Es ist daher denkbar, dass eine noch nicht diagnostizierte Krebserkrankung die Fähigkeit der Patienten zur sportlichen Aktivität einschränkt, was die gefundene Assoziation erklären würde. Nach einer Krebserkrankung könnte deshalb eine vermehrte sportliche Aktivität eine Folge der guten Erholung und nicht deren Ursache sein.
Quelle: British Journal of Cancer 2008; 98: 1864-1869 – Deutsches Ärzteblatt, 29.05.2008


