Aktivurlaub hilft Patienten mit Metabolischem Syndrom
Schlagworte: Metabolisches Syndrom, Blutzucker, Fettstoffwechselstörung , BlutdruckMenschen, die am metabolischen Syndrom leiden, haben ein erhöhtes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das tödliche Quartett aus Fettleibigkeit, erhöhtem Blutzucker, Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck kann mit Hilfe von Nahrungseinschränkungen und körperlicher Aktivität therapiert werden. Insbesondere ein gezieltes Bewegungsprogramm stelle nach neuesten Erkenntnissen einen Schlüsselfaktor zur Bekämpfung des metabolischen Syndroms dar. Wissenschaftler vom Institut für Urlaubs-, Reise- und Höhenmedizin der Universität für Gesundheitswissenschaften in Hall in Tirol und Wissenschaftler vom Bregenzer Forschungsinstitut für Freizeitmedizin und Gesundheitstourismus riefen im Jahr 2000 das AMAS-Projekt ins Leben, das den positiven Effekt von Urlaub und körperlicher Aktivität auf die Symptome des metabolischen Syndroms untersuchen sollte.
Sie quartierten Patienten mit metabolischem Syndrom für drei Wochen in Wellnesshotels, die sowohl im Tal als auch in mittleren Höhen lagen, ein. Innerhalb der drei Urlaubswochen führten die Teilnehmer – begleitet von Sportwissenschaftlern – ein individuell abgestimmtes Wanderprogramm durch. Im Bereich Ernährung gab es weder Einschränkungen noch Vorgaben. "Erstaunlich war die Tatsache, dass die Fettmasse ohne eigentliches Ernährungsprogramm nach den drei Wochen vermindert war. Ferner fanden wir eine Abnahme des Taillenumfangs um etwa zwei Zentimeter", fassen die Autoren die Ergebnisse zusammen. Ein Rückgang des Blutdrucks, eine Verminderung des Gesamtcholesterins sowie ein erhöhtes Wohlbefinden und eine verbesserte Stimmung bei den Teilnehmern zählten ebenfalls zu den positiven Effekten des Aktivurlaubs. Der Ferienaufenthalt fern von daheim und dem Alltagsgeschehen könne einem Umdenken bei den Betroffenen förderlich sein und ermögliche ihnen, die positiven Auswirkungen und ihr neues Wissen am Heimatort in die Praxis umzusetzen, so die Autoren.
Quelle: Aktuelle Ernährungsmedizin 2008; 33 (3): 132-137


