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01.09.2008
Gewicht, Krebs, News

Warum dicke Frauen ein höheres Risiko tragen

Schlagworte: Endometriumkarzinom

 

Das Endometriumkarzinom ist die vierthäufigste Krebsart von Frauen. Adipositas ist ein maßgeblicher Risikofaktor dafür (er soll für 40 Prozent der Fälle verantwortlich sein). Adipositas geht aber auch mit endokrinen Veränderungen einher. Aus Daten der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) versuchte man Zusammenhänge zwischen endogenen Hormonen, Adipositas und Endometriumkarzinom herauszulesen. Das Endometriumkarzinom war bei postmenopausalen Frauen positiv mit erhöhten Spiegeln von Gesamt- und freiem Testosteron, Gesamt- und freiem Estradiol sowie Estron assoziiert. Das Sexualhormon-bindende Globulin (SHGB) war invers mit dem Risiko assoziiert. Für prämenopausale Frauen ergaben sich keine schlüssigen Resultate. Auch das Körpergewicht korrelierte mit dem Krebsrisiko. In der Postmenopause entstehen Östrogene hauptsächlich durch periphere Konversion (im Fettgewebe) von Testosteron, das in der Nebennierenrinde produziert wird. Und Östrogene üben einen mitogenen Effekt aus, sind also krebsfördernd, wenn ihnen keine ausreichenden Konzentrationen bremsender Gestagene gegenüber stehen. Die Zusammenhänge sind plausibel. Trotzdem ist es möglich, dass Adipositas auch noch auf anderen Wegen zusätzlich das Risiko erhöht.

Quelle: Endocr Relat Cancer 15 (2008) 485-497