Ist Stress ein Auslöser?
Schlagworte: Herzrhythmusstörungen, StressEmpfindliche Menschen können bei Stress Herzrhythmusstörungen bekommen, die zu Ohnmachtsanfällen und im schlimmsten Fall zum plötzlichen Herztod führen können. Wie der Stress diese Störungen auslöst, haben internationale Forscher an der Ruhr-Universität Bochum auf molekularer Ebene untersucht. Der regelmäßige Herzrhythmus wird durch ein komplexes Zusammenspiel elektrischer Signale reguliert. Diese Signale entstehen durch den Strom von Ionen durch verschiedene Typen von Ionenkanälen in den Wänden der Herzmuskelzellen, die sich alle zu bestimmten Zeitpunkten öffnen und wieder schließen müssen. Funktioniert einer der Ionenkanäle nicht richtig, so kann das Zusammenspiel gestört werden, und das Herz gerät aus dem Takt. Eine bestimmte Form dieser Herzrhythmusstörungen – die so genannte Torsade de pointes-Arrhythmie – entsteht unter anderem durch Defekte in einem bestimmten Kaliumkanal (IKs-Kanal). Dieser Kaliumkanal sorgt für das rechtzeitige Abschalten des elektrischen Signals am Ende jedes Herzschlags. Ist er defekt, etwa aufgrund einer Mutation, hält das Signal zu lange an. Patienten mit einem solchen erblichen Defekt im IKs-Kanal neigen zu Herzrhythmusstörungen, die zu Blutdruckabfall und plötzlichem Herztod führen können. Es ist bereits länger bekannt, dass Stress bei diesen Patienten die Rhythmusstörung auslösen kann. Die molekulare Grundlage dieser Reaktion war aber nach Angaben der Arbeitsgruppe bisher weitgehend unklar.
Quelle: Circulation 2008; doi:10.1161/CIRCESAHA108.177360 – www.aerzteblatt.de


