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01.12.2008
Altern, Gehirn/Demenz, News

Schlaganfälle sind bei Frauen anders

Schlagworte: Schlaganfall

 

Entgegen der landläufigen Meinung, dass Schlaganfälle bei Männern häufiger auftreten, scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Vor allem wegen der längeren Lebenserwartung ist das Lebenszeitrisiko für Schlaganfälle bei Frauen deutlich höher. So erleidet eine von fünf Frauen, aber nur einer von sechs Männern einen Schlaganfall. Auch die Mortalität ist unter weiblichen Apoplexie-Patientinnen deutlich höher. Darüber hinaus sind Frauen nach Schlaganfall häufiger und schwerer eingeschränkt und benötigen öfter Pflege.

Ursachen für Schlaganfälle sind bei Frauen überwiegend Bluthochdruck und Vorhofflimmern, bei Männern Rauchen und KHK. Geschlechtsunterschiede sind auch bei prophylaktischen Maßnahmen zu beobachten. Eine ASS-Prophylaxe führte bei Frauen zu einer deutlichen Abnahme der Schlaganfall-, nicht jedoch der Myokardinfarkt-Inzidenz, bei Männern war es genau umgekehrt. Bei der akuten Schlaganfall-Therapie sprechen Frauen offenbar besser auf tPA an. Speziell bei Frauen werden auch hormonelle Einflüsse auf das Schlaganfall-Risiko diskutiert. Endogene Östrogene wirken vasodilatatorisch und schützen so vor Schlaganfällen. In Zeiten niedriger Östrogen-Spiegel (post partum, Menopause) steigt daher das Schlaganfallrisiko deutlich an. Umgekehrt scheinen exogene synthetische Östrogene (Kontrazeptiva, Hormonersatztherapie) das Schlaganfallrisiko zu erhöhen.

 

Quelle: Nat Clin Pract Neurol 2008; 4: 22-23 - Praxis-Depesche 11/2008