Fürs Herz so schlecht wie Diabetes
Schlagworte: ArthritisBei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) ist das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Ereignisse gegenüber der Normalbevölkerung um mindestens den Faktor zwei erhöht. Die Europäische Rheumaliga (EULAR) hat deswegen spezifische Empfehlungen zum Risikomanagement vorgelegt. Neue Daten dazu lieferte eine von der EULAR initiierte Studie. An der Untersuchung nahmen 352 Patienten mit RA teil, die jeweils mindestens fünf Jahre nachbeobachtet wurden. Als Vergleichsgruppe diente eine altersgleiche Kohorte von Probanden ohne RA. Es konnte gezeigt werden, dass die Prävalenz bekannter kardiovaskulärer Erkrankungen bei den im Mittel 63-jährigen Patienten bei 13 Prozent lag - genauso hoch wie bei den Diabetikern in der Vergleichsgruppe. Bei den Probanden, die weder Diabetes noch RA hatten, lag sie bei fünf Prozent. Ähnlich waren die Ergebnisse bei der Inzidenz neuer kardiovaskulärer Ereignisse: Sie lag bei RA-Patienten mit 3,3 Prozent pro Jahr etwa so hoch wie bei Diabetikern und mehr als doppelt so hoch wie in der gesunden Vergleichsgruppe. Die Quoten wurden auf diverse Störgrößen hin überprüft, darunter Alter und Geschlecht sowie Vorliegen anderer kardiovaskulärer Risikofaktoren. Es blieb beim Befund eines in etwa verdoppelten Risikos. Die RA sei damit ein unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Die EULAR hat deswegen Empfehlungen zum kardiovaskulären Risikomanagement bei Rheuma erarbeitet, deren vorläufige Fassung jetzt vorliegt. Demnach sollte bei allen Patienten mit chronisch inflammatorischer Arthritis jährlich das kardiovaskuläre Risiko mit Standardscores wie SCORE oder PROCAM ermittelt werden, vor allem auch nach jedem Therapiewechsel.
Quelle: Annals of Rheumatic Diseases, Okt. 2008 – www.aerztezeitung.de


