Kalte Witterung kann Blutdruck erhöhen
Schlagworte: Herz-Kreislauf, Herz, Demenz, BlutdruckBei älteren Menschen steigt im Winter der systolische Blutdruck. Zu diesem Ergebnis kam die französische „Drei-Städte-Studie“ (Bordeaux, Dijon, Montpellier), die den Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf- und Demenzerkrankungen bei älteren Menschen untersuchte. Bei den 8.801 Senioren wurde mehrmals im Jahr der Blutdruck gemessen. Das ermöglichte den Forschern vom Institut National de la Santé et de la Récherche Médicale (INSERM) in Paris, den Blutdruck mit den Außentemperaturen in Beziehung zu setzen. Insgesamt waren die systolischen Blutdruckwerte im Winter (Temperatur unter 7,9°C) um 5 mm Hg höher als im Sommer (Temperatur ≥ 21,2°C). Beim diastolischen Blutdruck gab es dagegen keine Unterschiede. Die Differenz mag gering erscheinen. Sie bedeutet aber, dass der Anteil der behandlungsbedürftigen Hypertoniker von 23,8 Prozent im Sommer auf 33,4 Prozent im Winter anstieg. Ärzte sind deshalb gut beraten, ihre Diagnose einer Hypertonie nicht auf Messwerte in einer einzelnen Jahreszeit zu stützen. Möglicherweise werden die Unterschiede sogar noch unterschätzt, so die Wissenschaftler, da die Teilnehmer sich im Winter überwiegend in den beheizten Räumen aufhielten, wo auch der Blutdruck gemessen wurde. Der Wirkungsmechanismus ist nicht bekannt. Denkbar ist eine vermehrte Ausschüttung von Katecholaminen durch den „Kältestress“.
Quelle: Archives of Internal Medicine 2009; 169: 75-80 – www.aerzteblatt.de 14.01.2009


