Zuerst leidet das Herz und dann die Motorik
Schlagworte: Herz, ParkinsonParkinson-Patienten haben oft schon kardiovaskuläre Probleme, bevor die ersten motorischen Symptome auftreten. Denn bereits im Frühstadium der Erkrankung ist die vegetative Steuerung des Herzens gestört. Die Neurodegeneration bei Morbus Parkinson betrifft auch die autonome kardiovaskuläre Regulation, berichten Ärzte der Helios-Kliniken in Wuppertal. Schon in Ruhe ist bei Parkinson-Patienten die Herzfrequenz erhöht. Grund sei ein Defizit der sympathischen Innervation. Dies haben die Forscher nachgewiesen, indem sie mit einem speziellen bildgebenden Verfahren die postsynaptische Noradrenalin-Aufnahme der Herzmuskelzellen analysierten. Sie gilt als Marker für die sympathische Innervation. Das SPECT-Verfahren mit dem Liganden 123I-Meta-Iodobenzylguanidin (MIBG-SPECT) ermögliche zudem eine klare Abgrenzung von Morbus Parkinson und Multisystematrophie. Bereits im Frühstadium der Erkrankung haben 25 Prozent der Parkinson-Patienten außerdem eine orthostatische Hypotonie. In den Studien konnte gezeigt werden, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Hypotonie und der sympathischen Denervierung gibt. Die Denervierung scheint sich also unabhängig von anderen kardiovaskulären Störungen bei Morbus Parkinson zu entwickeln.
Quelle: www.aerztezeitung.de, 09.03.2009


