Schuld sind nicht allein die Wechseljahre
Schlagworte: Osteoporose, WEchseljahre, MenopauseEin internationales Forscherteam entdeckt neue Hinweise für die Entstehung der Osteoporose. Aufgrund ihrer großen Verbreitung gilt Osteoporose als Volkskrankheit. Sie ist besonders heimtückisch, weil Patienten sie zunächst nicht spüren und die Diagnose zumeist erst dann gestellt wird, wenn es bereits zu Knochenbrüchen kommt. Betroffen sind vor allem Frauen jenseits des 50. Lebensjahres, denn ein Mangel des Hormons Östrogen ist eine zentrale Ursache für die Erkrankung. Aber nicht die einzige, so Wissenschaftler des Instituts für Experimentelle Muskuloskeletale Medizin der Universität Münster. Entscheidend dafür, dass niedrige Hormonspiegel in den Wechseljahren zur vermehrten Bildung von Knochenfresszellen und damit zum Knochenverlust führen, ist die erhöhte Empfindlichkeit dieser Zellen gegenüber Reifungssignalen von außen. Wie diese Empfindlichkeit reguliert wird, hat jetzt ein österreichisch-deutsches Wissenschaftlerteam herausgefunden. Demnach wird bei Patienten mit Osteoporose die Reifung der Knochenfresszellen, sogenannter Osteoklasten, wesentlich dadurch bestimmt, dass diese Zellen empfindlicher für Signale sind, die ihre Reifung auslösen. Die Zellen tragen Eiweiße auf ihrer Oberfläche, die wie Antennen funktionieren und entsprechende Signale empfangen können. Das wichtigste dieser Eiweiße heißt RANK. Es steuert ganz zentral die Entstehung von Osteoklasten im Knochen und trägt damit unmittelbar zum Knochenabbau bei - gerade auch bei Osteoporose.
Quelle: Nature Medicine, online vorab März 2009 www.aerztezeitung.de, 31.03.2009


