Fleischesser sterben früher
Schlagworte: Lebenserwartung, ErnährungKürzlich waren britische Epidemiologen zu dem Ergebnis gekommen, dass Vegetarier häufiger an Darmkrebs erkranken. Jetzt rücken US-Forscher in den Archives of Internal Medicine das Bild wieder zurecht. Danach haben Menschen, die viel rotes Fleisch (Rind oder Schwein) verzehren, ein erhöhtes Sterberisiko. Auch eine Publikation im American Journal of Clinical Nutrition, die auf britischen Daten zur European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) beruht, hatte ergeben, dass Vegetarier tendenziell seltener an Krebs erkranken. Die Reduktion war jedoch mit elf Prozent eher gering ausgefallen und statistisch nicht signifikant – im Gegensatz zu der um 39 Prozent erhöhten Darmkrebsrate. Die US-Studie, wie EPIC eine prospektive Beobachtungsstudie, war ungleich größer. Mehr als eine halbe Millionen US-Amerikaner im Alter von 50 bis 71 Jahren sandten die Fragebögen zurück, die das US-National Cancer Institute 1995 an 3,5 Millionen Haushalte verschickt hatte. In einem Fragebogen erkundigten sich die Forscher detailliert (124 Fragen) nach den Ernährungsgewohnheiten. Daraus konnte die Forscher vom US-National Cancer Institute in Rockville/Maryland den tägliche Fleischkonsum berechnen und mit den Einträgen in den Sterberegistern in Beziehung setzen. In den folgenden zehn Jahren 71.252 gab es nachgewiesene Todesfälle.
Die Wahrscheinlichkeit eines Todes korrelierte mit den Ernährungsgewohnheiten und vor allem mit dem Konsum an rotem Fleisch. Besonders deutlich war dies bei den Männern: Im Fünftel mit dem höchsten Verzehr kam es zu doppelt so vielen Todesfällen wie im Fünftel mit den niedrigsten Verzehr. Für Frauen wurden ähnliche Zahlen ermittelt. Auch der Verzehr von verarbeiteten Fleischprodukten war mit einem erhöhten Sterberisiko assoziiert, nicht dagegen der Verzehr von weißem Fleisch wie Geflügel. Hier war ein hoher Konsum sogar mit einem verminderten Sterberisiko verbunden. Wie immer in Beobachtungsstudien ist nicht sicher, dass alle Störfaktoren erkannt und ausgeschlossen wurden.
Quelle: Archives of Internal Medicine 2009;169:562-571- www.aerzteblatt.de 25.03.2009


