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01.05.2009
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Steigt das Eintrittsalter der europäischen Frauen?

Schlagworte: Menopause

 

In einer kürzlich veröffentlichten Studie wollten Wissenschaftler herausfinden, in welchem Alter Frauen in den verschiedenen Regionen Europas die Menopause erleben und welche Faktoren das Menopausenalter beeinflussen. Anhand von Daten zweier europäischer Studien-Kohorten mit Teilnehmerinnen aus verschiedenen europäischen Ländern sollten die geographische Variabilität des Menopausenalters und Einflussfaktoren auf das Alter bei der Menopause untersucht werden. Bei bisherigen internationalen Vergleichen erstreckte sich das Menopausenalter in verschiedenen Ländern von 44,6 bis 52 Jahren. Insbesondere Rauchen und Parität gelten als Einflussfaktoren für das Menopausenalter. Für die Analysen standen Daten von 5.288 Frauen im Alter von 30 bis 60 Jahren aus neuen europäischen Ländern (Spanien, Frankreich, Belgien, Schweiz, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Estland, Island) zur Verfügung, die zwischen 1998 und 2002 zusammengetragen worden sind. Die Forscher fanden heraus, dass jede vierte Frau nach 50,8 Jahren postmenopausal war. Das mittlere Alter bei der Menopause betrug 54 Jahre. Mit 22 Prozent bis 47 Prozent war die chirurgisch induzierte Menopause höchst verbreitet. Einflussfaktoren für einen frühen Eintritt der Menopause waren Rauchen, ein BMI größer als 30 und eine geringe körperliche Aktivität. Bei Raucherinnen trat die Menopause im durchschnitt zwei Jahre früher ein als bei Nichtraucherinnen. Bestimmender Faktor für eine späte Menopause war Multiparität. Ferner erwies sich das Geburtsjahr als bestimmender Faktor für das Menopausenalter. Bei den jüngeren Jahrgängen war die Wahrscheinlichkeit einer späten Menopause größer als bei den älteren Jahrgängen. Die Einflussfaktoren waren für die natürliche und die chirurgisch herbeigeführte Menopause ähnlich prädiktiv. Das Menopausenalter variiert in den verschienenen geographischen Regionen Europas. Von Süd nach Nord besteht ein Trend zu einem höheren Alter bei Eintritt der Menopause. Offensichtlich bestehen in den verschiedenen Regionen Europas unterschiedliche Risikoprofile bei Krankheiten mit Einfluss auf das Alter der reproduktiven Funktion. Der Trend zur Erhöhung des Menopausenalters ist sicher auch auf den guten Ernährungszustand und den gehobenen Gesundheitsstatus bereits im Kindesalter – wie sie sich auch in einer höheren Lebenserwartung widerspiegeln - zurückzuführen.

 

Quelle: Dratva J et al. Menopause 2009:16; 385-394