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16.08.2009
Ernährung, Krebs

Glykämische Last als Risiko

Schlagworte: Brustkrebs, Myokardinfarkt

 

Eine ballaststoffarme Ernährung mit leicht aufschließbaren Kohlehydraten erhöht möglicherweise das Brustkrebsrisiko. In einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie waren ein hoher glykämischer Index und eine hohe glykämische Last mit dem vermehrten Auftreten von östrogenpositiven Tumoren assoziiert.  Der glykämische Index misst, wie schnell nach dem Verzehr eines Nahrungsmittels die Glukosekonzentration im Blut ansteigt. Dies ist nach dem Trinken einer Traubenzuckerlösung, die als Maßstab gilt, weitaus schneller der Fall als nach dem Essen eines Apfels. Die glykämische Last berücksichtigt zusätzlich noch den Kohlenhydratgehalt. Eine hohe glykämische Last geht postprandial mit einer vermehrten Ausschüttung von Insulin einher, was nicht nur aus diabetologischer Sicht ungünstig ist. Insulin reguliert nämlich nicht nur den Blutzucker, es ist auch ein Wachstumshormon (Verwandtschaft mit dem insulin-like growth factor-1), weshalb eine ungesunde Fast-Food-Ernährung auf Dauer die Entstehung von Krebserkrankungen begünstigen könnte. Wissenschaftler vom Karolinska Institut in Stockholm sind den Auswirkungen einer ballaststoffarmen kohlenhydratreichen Kost auf die Krebsinzidenz nachgegangen. Die Kohorte umfasst 61.433 Frauen aus der Region Uppsala, die in den Jahren 1987/1990 zusammen mit der Einladung zur Brustkrebsfrüherkennung auch einen Fragebogen zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten erhielten. Die Studie erkundete mögliche Risikofaktoren für das Mammakarzinom. Besonders deutlich war die Assoziation mit den östrogenpositiven (ER+), aber progesteronnegativen (PR-) Tumoren. Das Fünftel der Frauen mit der höchsten glykämischen Last erkrankte zu 81 Prozent häufiger an diesem Tumor, bei einem erhöhten glykämischen Index war das Risiko für das oberste Quintil um signifikante 44 Prozent und beim Gesamtverzehr von Kohlehydraten tendenziell um 34 Prozent erhöht.

                                                                                                                                  

Quelle:  International Journal of Cancer 2009; 125: 153-157 – www.aerzteblatt.de