Neue Studie zu natürlicher Hormonersatztherapie lässt aufhorchen
Schlagworte: Hormonersatz in den WechseljahrenNur die Anwendung von
natürlichem Östrogen als Gel oder Pflaster ermöglicht einen individuell angepassten, niedrig
dosierten Hormonersatz. Wie eine aktuelle Studie nun bestätigt, wird mit dieser Art der
Darreichung, in Kombination mit natürlichem Progesteron das Brustkrebsrisiko nicht erhöht.
In der GSAAM (German Society of Anti-Aging Medicine) wird diese Form einer natürlichen
Hormongabe schon seit Jahren propagiert.
Schon in der Million Women Study hatte die
Untergruppe transdermale Östrogene (das Östrogen wird als Gel bzw. Pflaster über die Haut
aufgenommen) unter den geprüften Östrogendarreichungen die geringste, nur minimale Erhöhung
des Brustkrebsrisikos von 1,2 gezeigt (Beral et al., Lancet, August 2003). Wurde dazu
vorwiegend Progesteron gegeben, fanden De Lignieres et al. im Jahr 2002 in einer
französischen Kohortenstudie an 3.175 Frauen in den Wechseljahren kein erhöhtes Risiko für
ein Mammakarzinom mehr.
Geradezu sensationell ist jetzt die aktuelle Auswertung der
französischen E3N-EPIC-Kohorte*. Fournier et al. fanden bei über 54.000 postmenopausalen
Frauen im mittleren Alter von 55 Jahren unter Östrogenersatz prospektiv während des
Follow-up 948 Brustkrebsfälle. Die Anwendungsdauer betrug 2,5 – 3 Jahre; die
Beobachtungszeit lag im Mittel bei 5,8 Jahren. Orale Östrogene (als Tablette) und
synthetische Gestagene (Progestagene) erhöhten das relative Risiko für ein Mammakarzinom um
etwa 1,5. Dagegen war in der aktuellen Studie bei der so genannten transdermalen
Östrogen-Applikation in Kombination mit natürlichem Progesteron das Krebsrisiko nicht
erhöht. Damit scheint Progesteron im Gegensatz zu synthetischen Gestagenen ein natürlicher
Schutzfaktor vor Brustkrebs zu sein. “Dies ist ein wirklicher Lichtblick für die Zukunft der
Hormonersatztherapie und eine erfreuliche Bestätigung der von uns in der GSAAM seit langem
propagierten Hormonapplikation”, so Privatdozent Dr. Alexander Römmler, Präsident der GSAAM.
* E3N (Étude épidemiologique des femmes de la Mutuelle Générale de
l´Education Nationale)
EPIC (European prospective investigation into cancer and
nutrition)
Quelle : Fournier et al., International Journal of Cancer 2005;
114(3):448-454


