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01.05.2005
News

Neue Studie zu natürlicher Hormonersatztherapie lässt aufhorchen

Schlagworte: Hormonersatz in den Wechseljahren

 

Nur die Anwendung von

 

natürlichem Östrogen als Gel oder Pflaster ermöglicht einen individuell angepassten, niedrig

 

dosierten Hormonersatz. Wie eine aktuelle Studie nun bestätigt, wird mit dieser Art der

 

Darreichung, in Kombination mit natürlichem Progesteron das Brustkrebsrisiko nicht erhöht.

 

In der GSAAM (German Society of Anti-Aging Medicine) wird diese Form einer natürlichen

 

Hormongabe schon seit Jahren propagiert.

Schon in der Million Women Study hatte die

 

Untergruppe transdermale Östrogene (das Östrogen wird als Gel bzw. Pflaster über die Haut

 

aufgenommen) unter den geprüften Östrogendarreichungen die geringste, nur minimale Erhöhung

 

des Brustkrebsrisikos von 1,2 gezeigt (Beral et al., Lancet, August 2003). Wurde dazu

 

vorwiegend Progesteron gegeben, fanden De Lignieres et al. im Jahr 2002 in einer

 

französischen Kohortenstudie an 3.175 Frauen in den Wechseljahren kein erhöhtes Risiko für

 

ein Mammakarzinom mehr.

Geradezu sensationell ist jetzt die aktuelle Auswertung der

 

französischen E3N-EPIC-Kohorte*. Fournier et al. fanden bei über 54.000 postmenopausalen

 

Frauen im mittleren Alter von 55 Jahren unter Östrogenersatz prospektiv während des

 

Follow-up 948 Brustkrebsfälle. Die Anwendungsdauer betrug 2,5 – 3 Jahre; die

 

Beobachtungszeit lag im Mittel bei 5,8 Jahren. Orale Östrogene (als Tablette) und

 

synthetische Gestagene (Progestagene) erhöhten das relative Risiko für ein Mammakarzinom um

 

etwa 1,5. Dagegen war in der aktuellen Studie bei der so genannten transdermalen

 

Östrogen-Applikation in Kombination mit natürlichem Progesteron das Krebsrisiko nicht

 

erhöht. Damit scheint Progesteron im Gegensatz zu synthetischen Gestagenen ein natürlicher

 

Schutzfaktor vor Brustkrebs zu sein. “Dies ist ein wirklicher Lichtblick für die Zukunft der

 

Hormonersatztherapie und eine erfreuliche Bestätigung der von uns in der GSAAM seit langem

 

propagierten Hormonapplikation”, so Privatdozent Dr. Alexander Römmler, Präsident der GSAAM.

 

 



* E3N (Étude épidemiologique des femmes de la Mutuelle Générale de

 

l´Education Nationale)

EPIC (European prospective investigation into cancer and

 

nutrition)



Quelle : Fournier et al., International Journal of Cancer 2005;

 

114(3):448-454